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Diabetes-Medikamente

Liraglutid als möglicher Ausweg aus Diabetesvorstufen

Eine internationale klinische Studie an bergewichtigen Menschen zeigt, dass der Wirkstoff Liraglutid dabei hilft, das Fortschreiten von Diabetesvorstufen zur eigentlichen Erkrankung zu verzgern oder gar zu verhindern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal 'The Lancet' verffentlicht.

Der Wirkstoff Liraglutid gehrt zu den sogenannten GLP-1-Analoga. Diese Medikamente werden unter die Haut gespritzt und ahmen die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach: sie wirken appetithemmend, verzgern die Magenentleerung, regen die Insulinfreisetzung an und unterdrcken die Neubildung von Zucker in der Leber. Sie kommen bei Typ-2-Diabetes zum Einsatz, wenn andere Medikamente den Blutzucker nicht ausreichend senken und knnen mit weiteren Wirkstoffen (wie Metformin) kombiniert werden.

In der aktuellen Studie hatten Forscher nun untersucht, ob Liraglutid auch bereits bei Diabetesvorstufen (sogenanntem Prdiabetes) zum Einsatz kommen knnte. Dazu untersuchten sie zwischen 2011 und 2015 insgesamt 2254 bergewichtige Patientinnen und Patienten mit bereits leicht erhhten Blutzuckerwerten. Neben einer Lebensstilnderung (Kalorienreduktion und mehr Bewegung) spritzten sich zwei Drittel (1505) der Teilnehmer einmal tglich selbst Liraglutid unter die Haut, ein Drittel (749) lediglich ein Placebo. Die Verteilung erfolgte zufllig und war fr die Autoren nicht einsehbar. Gemessen wurde jeweils ber drei Jahre (160 Wochen), ob und wie schnell die Teilnehmer einen Typ-2-Diabetes entwickelten. Auffllig: nur etwa die Hlfte der Teilnehmer (1128) beendete die Studie.

Nach Ablauf der Untersuchungszeit hatte sich bei 26 Teilnehmern in der Liraglutid-Gruppe ein Diabetes entwickelt, das waren etwa zwei Prozent. Dem gegenber standen 46 Teilnehmer in der Placebo-Gruppe, umgerechnet sechs Prozent. Whrend in der Placebo -Gruppe durchschnittlich 87 Wochen bis zur Erkrankung vergingen, waren es mit Liraglutid 99 Wochen. Darber hinaus frderte das Medikament die Gewichtsabnahme (sieben statt zwei Prozent) und die Normalisierung der Blutzuckerwerte (66 statt 36 Prozent). Berichte ber ernste Nebenwirkungen gab es sowohl in der Gruppe mit Placebo (13 Prozent) als auch mit dem Medikament (15 Prozent).

Die Autoren leiten aus der Studie ab, dass der Einsatz von Liraglutid bei Menschen mit Fettleibigkeit und Diabetesvorstufen das Risiko fr eine Diabeteserkrankung reduziert. Allerdings schreiben sie in einer Mitteilung, das Medikament sei sehr teuer. Entsprechend schlagen sie vor, Tests zu entwickeln, wer von der Gabe wirklich profitiert bzw. eine Testphase von 12 Wochen einzufhren, nach der die Wirkung ausgewertet wird.

Die Studie wurde insgesamt an 191 Standorten in 27 Lndern durchgefhrt und ist auch auf der Seite ClinicalTrials.gov registriert. Gesponsert wurde sie von einem Pharmaunternehmen, was Liraglutid vertreibt.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 09.04.2017 nach oben

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