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Diabetisches Fußsyndrom endet zu oft mit Amputation

Fächerübergreifende Zusammenarbeit zum Erhalt des Fußes nötig

Patiententag der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. am 22. April 2017 im Wiesbadener Rathaus

Professor Dr. med. Ralf Lobmann Das Diabetische Fusyndrom (DFS) ist eine gefrchtete Folge des Diabetes mellitus: Nerven und Blutgefe in den Fen werden durch den hohen Blutzuckerspiegel so schwer geschdigt, dass selbst kleine Wunden schlecht heilen, sich infizieren und teilweise bis zum Knochen ausweiten. Am Ende bleibt nur noch die Amputation, um das Wundgeschehen in den Griff zu bekommen. Der belastende Eingriff lsst sich jedoch in vielen Fllen verhindern. Hierfr ist es ntig, die Patienten bereits frh durch ein fcherbergreifendes Netzwerk kompetenter Experten zu betreuen. Wie eine solche Versorgung aussehen sollte, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft fr Innere Medizin e.V. (DGIM) auf der Vorab-Pressekonferenz anlsslich des 123. Internistenkongresses am 27. April 2017 in Mannheim.

Immerhin 70 Prozent der Amputationen, die in Deutschland jedes Jahr vorgenommen werden - das sind rund 40.000 - betreffen Patienten mit Diabetes mellitus. Vier Fnftel dieser Eingriffe lieen sich mit einer geeigneten Behandlung vermeiden, ist Professor Dr. med. Ralf Lobmann, rztlicher Direktor der Klinik fr Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart, berzeugt. Um das zu erreichen, mssen rztliche Spezialisten wie Diabetologen und Gefchirurgen eng mit Vertretern anderer Gesundheitsberufe wie Podologen, Wundassistenten und Orthopdie-Schuhtechnikern zusammenarbeiten.

Zu den Grundprinzipien der Behandlung zhlen dabei zunchst eine optimale Stoffwechseleinstellung und die konsequente Entlastung des betroffenen Fues. Bei Infektionen ist eine gezielte Behandlung mit Antibiotika unerlsslich. "Wenn die Durchblutung des Fues stark eingeschrnkt ist, mssen einzelne Gefe durch Ballon-Katheterisierung erweitert oder durch einen gefchirurgischen Bypass umgangen werden", erlutert Lobmann. Um Rckflle zu vermeiden sei es auch wichtig, die Schuhe optimal an den (Rest-)Fu anzupassen und Druckstellen zu vermeiden.

Wie eine erste Datenanalyse ergab, ist das Konzept durchaus erfolgreich: Von rund 18.500 DFS-Patienten, die zwischen 2005 und 2012 in zertifizierten Zentren behandelt wurden, mussten nur 3,1 Prozent eine sogenannte hohe Amputation erdulden, bei der der Fu oberhalb des Sprunggelenks abgenommen wird. Dieser Wert liegt deutlich unter der allgemein blichen Rate von 10 bis 20 Prozent. In 17,5 Prozent der Flle war eine Amputation unterhalb des Knchels notwendig. "Die Zahlen machen deutlich, dass durch die Betreuung in spezialisierten Zentren viele Amputationen vermieden werden knnen", sagt Lobmann.

Ein DFS lsst sich am besten verhindern, indem der behandelnde Arzt seinen Patienten optimal ber seine Erkrankung informiert. "Jeder Diabetes-Patient sollte beispielsweise bereits frh dazu angeleitet werden, seine Fe genau zu inspizieren", ergnzt Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der DGIM und Prsidentin des 123. Internistenkongressses. Denn die Wunden sind meist schmerzlos und werden daher oft erst spt bemerkt. Bis ein Arzt oder Podologe sie zu Gesicht bekommt, kann es dann bereits zu spt sein. Sobald erste Anzeichen des DFS vorliegen, sei die interdisziplinre Behandlung des Patienten unerlsslich, um das Risiko einer Amputation zu senken.

Ralf Lobmann ist Sprecher der AG Fu innerhalb der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eben solche fcherbergreifenden Versorgungsstrukturen fr die Behandlung des Diabetischen Fues in Deutschland zu etablieren und zu zertifizieren. "Wir hoffen, damit die erschreckend hohe Zahl von Amputationen senken zu knnen", sagt der Stuttgarter Diabetologe.

Bei der Vorab-Pressekonferenz anlsslich des 123. Internistenkongresses am 27. April in Mannheim diskutieren Experten der DGIM zudem die Rolle von Vitamin D in der Diabetes-Therapie. Weitere Informationen zum Kongress finden Interessierte hier: www.dgim2017.de.

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Ralf Lobmann
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

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zuletzt bearbeitet: 15.04.2017 nach oben

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