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Medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Fokus

Was kann und darf die Migrationsmedizin leisten?

123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. 29. April bis 2. Mai 2017, Congress Center Rosengarten in Mannheim

In den vergangenen zwei Jahren sind rund eine Million Menschen als Flchtlinge nach Deutschland gekommen. Diese mssen nicht nur akut versorgt, sondern auch langfristig in das deutsche Gesundheitssystem integriert werden. Aber nicht immer ist klar, welche Leistungen von welchem Kostentrger bernommen werden und ob etwa vor der Behandlung eine Kostenzusage eingeholt werden muss. Diese und weitere Fragestellungen rund um die medizinische Betreuung geflchteter Menschen beleuchtet Dipl.-Med. Petra Albrecht von der Schsischen Landesrztekammer in Dresden auf der Pressekonferenz der Korporativen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft fr Innere Medizin (DGIM) am 30. April in Mannheim. Sie findet im Rahmen des 123. Internistenkongress vom 29. April bis 2. Mai in Mannheim statt.

"Die medizinische Versorgung von geflchteten Menschen ist in Deutschland gesetzlich stark reguliert", sagt Bianca Wittig, Sprecherin der Korporativen Mitglieder der DGIM aus Wiesbaden. Dennoch gebe es groe Interpretationsspielrume und die Regelungen wrden regional sehr unterschiedlich umgesetzt. "Die vor Ort geltenden Regelungen - etwa dazu, welche Behandlung wo vorgenommen werden sollte und welcher Kostentrger zustndig ist - knnen oftmals nicht rasch geklrt werden", nennt Petra Albrecht von der Schsischen Landesrztekammer ein Beispiel. In Sachsen haben sich daher verschiedene Ministerien, die Landesrztekammer, die Kassenrztliche Vereinigung und die Krankenhausgesellschaft auf eine landesweit gltige Interpretationshilfe zum Asylbewerberleistungsgesetz verstndigt.

In dieser wird dargelegt, auf welche Leistungen Flchtlinge Anspruch haben und in welchen Fllen eine Kostenzusage notwendig ist.

Oft geht wertvolle Zeit auch dadurch verloren, dass Vorbefunde oder die Ergebnisse der Erstuntersuchung nicht vorliegen. Hier knnten die Ablufe nach Albrechts Ansicht noch wesentlich verbessert und der brokratische Aufwand reduziert werden. Eine zentrale Stellung kommt dabei den Gesundheitsmtern zu. "Sie fhren nicht nur die Erstuntersuchung durch, sondern kontrollieren auch die Unterbringungseinrichtungen, beurteilen die Antrge auf Kostenbernahme und bernehmen teilweise die Impfungen der Flchtlinge", zhlt Petra Albrecht auf.

Ein zentrales Problem bei der Behandlung von Migranten sind Kommunikationsprobleme. "Die Kosten fr Dolmetscher werden von den Kostentrgern jedoch nur im ambulanten Bereich und auf Antrag bernommen", erlutert Amtsrztin Albrecht. Fr Kliniken, in denen viele Flchtlinge behandelt werden, ist es daher wichtig, die Logistik zu klren und zum Beispiel Dolmetscher, Flchtlingslotsen oder auch mehrsprachige Informationsbroschren zur Verfgung zu stellen.

Die Behandlung leichterer Flle direkt in den Erstaufnahmeeinrichtungen ist oft eine sehr ressourcenschonende Mglichkeit, zumal dort auch Dolmetscher vor Ort sind. Bundesweit gibt es daher immer noch viele, zumeist ehrenamtlich organisierte Sprechstunden und Erstaufnahmeeinrichtungen. Auch die Einrichtung spezieller Flchtlingspraxen mit fest angestellten Dolmetschern trgt dazu bei, Kosten zu senken und Behandlungsablufe zu beschleunigen. "Solche Praxen sind aber abhngig von finanzieller Untersttzung durch die betreffenden Kreise und kreisfreien Stdte und die Landesregierung", sagt Petra Albrecht. Leider werde in diesem Bereich - ebenso wie bei der personellen Ausstattung der Gesundheitsmter - oft an der falschen Stelle gespart.

Auch wenn viele brokratische Ablufe noch verschlankt und die Behandlungskriterien noch weiter vereinheitlicht werden knnten - insgesamt sieht die Amtsrztin die Migrationsmedizin auf einem guten Weg. "Wir beobachten, dass sich zunehmend eine geordnete Zusammenarbeit zwischen Kliniken, niedergelassenen rzten und Gesundheitsmtern etabliert", sagt sie.

Die Versorgungslage geflchteter Menschen, noch bestehende Probleme und Lsungsmglichkeiten sind ein Thema auf der Pressekonferenz am 30. April in Mannheim. Weitere Informationen zum Kongress finden Interessierte hier: www.dgim2017.de.

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zuletzt bearbeitet: 29.04.2017 nach oben

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