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Diabetes-Patienten und die fundamentalen Veränderungen im Gesundheitswesen

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Kongresspräsident Diabetes Kongress 2017, Vizepräsident und Mediensprecher der DDG, Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen sowie Manuel Ickrath, Sprecher Task Force Digitalisierung in der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Herausgeber Digitalisierung in der "diabetes zeitung" (DiaTec-Journal), im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zur 52. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 17. Mai 2017 in Berlin.

Digitalisierung als Chance für eine patientenzentrierte Begleitung der Betroffenen

Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland Diabetes ist nicht nur hufig, sondern ist eine chronische Erkrankung mit hoher Morbiditt, deutlich verkrzter Lebenszeit und eingeschrnkter Lebensqualitt. Politisch muss der Rahmen auf den Ebenen Prvention, Therapie und Versorgung gesetzt werden und die Digitalisierung bietet hierbei groe Chancen und Mglichkeiten.

Bei dieser rasanten Entwicklung und Vernetzung - auch im Rahmen der elektronischen Gesundheitskarte - muss die Digitalisierung als Chance und nicht "Bedrohung" aktiv mit allen Beteiligten im Gesundheitswesen ? und das heit auch mit den Betroffenen - strukturiert gestaltet werden.

Bei allen Entwicklungen muss die wissenschaftliche Fachgesellschaft, das heit die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit ihren mehr als 9.000 Mitgliedern, strukturiert vom Gesetzgeber bei der Formulierung des medizinischen Standards nach Sozialgesetzbuch (SGB) V eingebunden und gehrt werden!

Chancen der Digitalisierung fr die Patienten sind unter anderem eine flchendeckende Versorgung von hoher diabetologischer Qualitt, Flexibilitt und grere Freiheit fr den Patienten sowie Strkung der "sprechenden Medizin".

Um durch Digitalisierung die Versorgung, Behandlungsstandards und auch Prvention zu verbessern, gehren allerdings unter anderem ein flchendeckender Netzausbau, Umgang und Schulung von Leistungserbringern, Betroffenen sowie Kostentrgern inkl. Politik. Strukturierte Abstimmung der technischen Industrie (Interoperabilitt) im Sinne der Schaffung gemeinsamer Plattformen statt technischen Wirrwarrs ist Grundvoraussetzung fr Akzeptanz und Vertrauen in neue Technologien.

Das hohe Gut Vertrauen erfordert die Formulierung von Patientenrechten (Datenschutz soll keine "Barriere" fr Vernderung sein) gegebenenfalls mit juristischen beziehungsweise scharfen strafrechtlichen Konsequenzen bei Daten-Missbrauch, Transparenz bei Algorithmen von Behandlungspfaden sowie medizinischen Gerten. Hierzu gehrt auch die Formulierung der medizinischen Standards in diesem Bereich mit medizinischer Validierung von Apps und digitalen beratenden Gesundheitsinfos im Sinne von zum Beispiel "Gte-Siegeln" durch die DDG.

Bei dieser fundamentalen Vernderung des Gesundheitswesens mssen aber nicht nur die Fachgesellschaften, sondern insbesondere die Betroffenen aktiv eingebunden werden. Bei dieser gesundheitspolitischen Gestaltung mssen Patienten-relevante Parameter erfasst und den Betroffenen "eine Stimme" gegeben werden.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Dirk Mller-Wieland
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)

zuletzt bearbeitet: 18.05.2017 nach oben

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