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Ernährungsforschung

Beim Gemüse flunkern wird schwieriger

Buntes Gemüse Um die Ballaststoffaufnahme von Studienteilnehmern abzuschtzen, waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bislang auf deren Selbstausknfte angewiesen. Nun haben deutsche Forscher eine Mglichkeit gefunden, die Aufnahme von Ballaststoffen anhand von Fettsuren im Blut zu bestimmen. Die Entdeckung knnte knftig helfen, die Aussagekraft von Ernhrungsstudien sowie individuelle Ernhrungsempfehlungen zu verbessern.

Der Begriff Ballaststoffe bezeichnet verschiedene Kohlenhydrate, die ausschlielich in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie entziehen sich der Verdauung des Krpers, werden aber im Dickdarm teilweise oder vollstndig durch Darmbakterien abgebaut. Sie verbessern die Verdauung, frdern die Bewegung des Darmes und verkrzen die Zeit der Nahrung im Krper. Zudem sind sie wichtiger Nahrungsbaustein der Darmflora. Obwohl Ergebnisse von Langzeit-Beobachtungsstudien annehmen lassen, dass Menschen ihr Typ-2-Diabetes-Risiko verringern, wenn sie ausreichend Ballaststoffe verzehren, erreichen nur wenige Menschen die empfohlene Aufnahmemenge von 30 g pro Tag (Deutsche Gesellschaft fr Ernhrung).

Wie genau Ballaststoffe das Risiko fr Diabetes senken, ist allerdings noch immer Gegenstand der Forschung. In der aktuellen Arbeit untersuchten Wissenschaftler nun, ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ballaststoffverzehr und zwei bestimmten Fettsuren im Blut besteht, von denen bekannt ist, dass sie mit einem niedrigeren Diabetesrisiko verbunden sind. Dazu untersuchten sie insgesamt zehn gesunde Frauen und sechs gesunde Mnner: Fr jeweils sieben Tage erhielten diese zustzlich zu ihrer normalen Kost tglich 30 Gramm verschiedener Ballaststoffe. Vor und nach der Nahrungsergnzung bestimmten die Forscher die Fettsurespiegel im Blut der Teilnehmer. Dabei zeigte, sich, dass Inulin (ein sogenannter lslicher Ballaststoff aus Pflanzen wie Topinambur oder Artischocken) die Werte der besagten Fettsuren um elf bzw. 17 Prozent erhhte.

Das ist vor allem deshalb interessant, weil man bislang davon ausging, dass der Mensch diese Fettsuren nicht selbst bilden kann und mit der Nahrung, aufnehmen muss. Vorherige Studien an Nagern lieen die Autoren jedoch vermuten, die besagten Fettsuren auch in der Leber gebildet werden knnen - und zwar aus der Vorstufe Propionat, die beim Abbau lslicher Ballaststoffe durch Bakterien im Darm entsteht. In Zellkulturexperimenten an Leberzellen konnten die Wissenschaftler tatschlich nachweisen, dass das mglich ist.

Entsprechend beobachteten die Forscher, dass bei den Probanden auch tglich sechs Gramm Propionat (also der Vorstufe) als Nahrungsergnzung die Hufigkeit der beiden Fettsuren im Blut um jeweils 13 Prozent erhhte. Zusammengefasst zeige die Studie also, dass auch der Mensch in der Lage ist, die schtzenden Fettsuren aus ihrer Vorstufe Propionat zu bilden, welches durch Ballaststoffabbau im Darm entsteht, so die Autoren.

Darber hinaus hoffen die Wissenschaftler, dass man die Blutwerte der beiden Fettsuren knftig als Biomarker nutzen kann, um den Verzehr lslicher Ballaststoffe mengenmig zu bestimmen. Da man dann nicht mehr auf die oftmals fehlerbehafteten Selbstausknfte der Studienteilnehmer angewiesen sei, knne das die Aussagekraft knftiger Ernhrungsstudien erhhen und somit auch zu einer greren Akzeptanz der Ergebnisse beitragen. Die Zahl der Studienteilnehmer ist vergleichsweise niedrig. Das Projekt ist auch im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) hinterlegt.

Quellen

Weitkunat, K. et al.: Odd-chain fatty acids as a biomarker for dietary fiber intake: a novel pathway for endogenous production from propionate.. In: The American Journal of Clinical Nutrition, 2017, DOI: 10.3945/ajcn.117.152702

Deutsches Institut fr Ernhrungsforschung Potsdam-Rehbrcke: Fettsuren im Blut geben Auskunft ber die Hhe des Ballaststoffverzehrs. Pressemitteilung vom 2. Mai 2017

Bildunterschrift: Buntes Gemse
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 19.05.2017 nach oben

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