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Diabetes Kongress 2017

Diabetologen erwarten von Digitalisierung mehr Zeit und bessere Ergebnisse

Porfessor Lutz Heinemann Fr das Gesundheitswesen bietet die Digitalisierung enorme Optimierungspotenziale. Digitale Anwendungen werden in den kommenden Jahren die Medizin verndern. Auch die Zukunft einer patienten-zentrierten Diabetologie liegt in der Aufbereitung von Gesundheitsdaten und ihrer Interpretation. Chancen der Digitalisierung fr Patienten sind unter anderem eine flchendeckende Versorgung von hoher diabetologischer Qualitt, Flexibilitt und grere Freiheit sowie eine Strkung der "Sprechenden Medizin". Der diesjhrige Diabetes Kongress der DDG vom 24. bis 27. Mai 2017 in Hamburg thematisiert dies unter dem Motto "Fortschritt fr unsere Patienten".

Bentigen Menschen mit Diabetes in zehn Jahren noch einen Diabetologen, wenn Algorithmen die Technologie-Produkte steuern, das Wissensmanagement organisieren, ber Big Data-Analysen Empfehlungen fr Diagnostik und Therapie liefern und sogar zuknftige Krankheitsverlufe prognostizieren knnen? "Der Diabetologe wird trotz oder auch wegen dieser Entwicklung unersetzbar bleiben", ist Professor Heinemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie (AGDT) der DDG, sicher. "rzte, die patientenorientiert arbeiten, werden die Entlastung durch Big Data als digitale Entscheidungshilfen fr Diagnostik und Therapie begren und gleichzeitig die Zeit fr die Sprechende Medizin als Folge einer immer mehr personalisierten Diabetologie nutzen." Die Dateninterpretation aus den verschiedenen Gerten wie Insulinpumpen, Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung und Gerten wie "Wearables" wird dazu weiter an Bedeutung zunehmen.

Die DDG hat Anfang 2017 die "Task Force Digitalisierung" gegrndet und Handlungsfelder identifiziert, die sie derzeit bearbeitet: "Die Gematik GmbH in Berlin erstellt im Auftrag des Bundesministeriums fr Gesundheit und in Konsequenz des E-Health-Gesetzes die Telematikinfrastruktur, um Praxen, Kliniken, Krankenkassen und Versicherte digital miteinander zu vernetzen", erklrt Manuel Ickrath, Sprecher der Task Force. "Die DDG hat sich bereits mit der Gematik verstndigt und ihre Federfhrung angemeldet, den medizinischen Standard fr die Indikation Diabetologie zu formulieren und vorzugeben." Ebenso habe die Task Force Digitalisierung zu einem Runden Tisch mit der Diabetes-Industrie eingeladen, um eine gemeinsame digitale Plattform zu schaffen. Eine weitere Herausforderung ist der Datenschutz, Professor Dr. med. Dirk Mller-Wieland, Kongressprsident und Mediensprecher der DDG, erlutert: "Diabetes ist eine Datenmanagement-Erkrankung. Einerseits mssen sensible Patientendaten geschtzt werden, andererseits mssen wir aber auf die Nutzung von Patientendaten fr die Zwecke von Forschung und Wissenschaft bestehen, um die Chancen der Big-Data-Analysen fr die Diabetologie einsetzen zu knnen." Auch hier arbeite eine Arbeitsgruppe von Diabetologen und Juristen an einer entsprechenden Formulierung. Im Rahmen des Diabetes Kongresses 2017 in Hamburg diskutieren die Teilnehmer in mehreren Symposien ber Potenziale und Risiken der Digitalisierung.

Alle Informationen zum Diabetes Kongress 2017 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de zu finden. Kurzfilme mit Interviews und Beitrgen zum Diabetes Kongress 2017 finden Interessierte in der Mediathek.

Bildunterschrift: Professor Lutz Heinemann
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 22.05.2017 nach oben

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