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Geräusche erhöhen das Diabetes-Risiko

Lärm kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes begünstigen

Verkehrslrm erhht das Risiko fr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Dies zeigen erste Resultate der SiRENE-Studie unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH), die heute im Rahmen des ICBEN-Kongresses (International Commission on Biological Effects of Noise) in Zrich vorgestellt werden.

Wie stark Verkehrslrm die Gesundheit von Menschen negativ beeintrchtigt, bleibt in vielen Punkten noch ungeklrt. Seit 2014 untersucht ein interdisziplinres schweizerisches Studienkonsortium im Rahmen der SiRENE-Studie des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) die Kurz- und Langzeitwirkungen der Verkehrslrmbelastung fr die Bevlkerung in der Schweiz in umfassender Weise.

Erhhtes Risiko fr Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die bisher verffentlichten Resultate der Studie zeigen: Der Flug-, Schienen- und Straenverkehrslrm in der Schweiz kann unerwnschte Gesundheitsauswirkungen zur Folge haben. Fr Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Zusammenhang am strksten beim Straenlrm erkennbar. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, steigt um 4 Prozent pro 10 Dezibel Zunahme der Strassenlrmbelastung am Wohnort. Aber auch das Risiko fr Bluthochdruck und Herzinsuffizienz steigt durch den Verkehrslrm. "Besonders kritisch sind wahrscheinlich Lrmereignisse in der Nacht, die regelmig den Schlaf stren", sagt Martin Rsli, Leiter der SiRENE-Studie und Professor fr Umweltepidemiologie am Swiss TPH und der Universitt Basel. "Bereits tiefere Lrmbelastungen als bisher angenommen haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit."

Lrm begnstigt auch Diabetes

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhht der Verkehrslrm auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das zeigt eine Untersuchung bei 2.631 Personen, die unterschiedlich stark lrmbelastet sind. "Dabei spielen zwei Mechanismen eine Rolle", erklrt Nicole Probst-Hensch, Leiterin des Departement Epidemiologie und Public Health am Swiss TPH. "Einerseits beeinflusst die chronische Ausschttung von Stresshormonen den Insulinstoffwechsel. Andererseits ist bekannt, dass Schlafprobleme langfristig den Metabolismus negativ beeinflussen."

Lrmschutz effizienter gestalten

Die bisher verffentlichten und weiteren Resultate der SiRENE-Studie werden wichtige Informationen fr die Behrden im Hinblick auf einen effizienteren Lrmschutz und eine allfllige Anpassung der Grenzwerte fr Lrm in der Lrmschutzverordnung (LSV) liefern. Auf die ganze Bevlkerung in der Schweiz bezogen sind die Gesundheitsauswirkungen von Verkehrslrm substanziell, sie verursachen jedes Jahr externe Kosten von geschtzten 1,8 Milliarden Schweizer Franken. Fr den einzelnen Menschen seien jedoch Faktoren wie Bewegung und Rauchen deutlich wichtiger, so Rsli.

Die Studienresultate wurden am 20. Juni 2017 im Rahmen des ICBEN-Kongresses (International Commission on Biological Effects of Noise) in Zrich vorgestellt. ICBEN findet alle drei Jahre statt und ist der weltweit bedeutendste Kongress zu den Gesundheitsauswirkungen von Lrm.

SiRENE - ein integrierter Forschungsansatz

SiRENE (Short and Long Term Effects of Transportation Noise Exposure) ist ein interdisziplinres Forschungsprojekt, das Versuche im Schlaflabor mit epidemiologischer Forschung, Befragungsdaten und akustischen Berechnungen und Modellierungen kombiniert.In der Studie werden insgesamt vier Aspekte der Verkehrslrmwirkung untersucht:

  1. Reprsentative Umfrage in der Schweizer Bevlkerung zu Lrmbelstigungen, selbstberichteten Schlafstrungen und zum Umgang mit Lrmbelastungen

  2. Experimentelle Studie im Schlaflabor zu lrminduzierten Schlafstrungen, Tagesmdigkeit und Glukosehaushalt

  3. Schweizweite Modellierung des Flug-, Schienen- und Straenverkehrslrms

  4. Ermittlung von lrminduzierten Gesundheitsrisiken anhand der Schweizerischen Nationalen Kohortenstudie und der SAPALDIA-Studie (Swiss Cohort Study on Air Pollution And Lung and Heart Diseases in Adults)

SiRENE wird im Rahmen des Sinergia-Programms vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und dem Bundesamt fr Umwelt (BAFU) finanziert und von einem Konsortium von Forschenden des Swiss TPH, der Empa, der n-Sphere AG, dem Zentrum fr Chronobiologie der Universitren Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) sowie dem BAFU durchgefhrt. Die Studienleitung hat das SwissTPH. Weitere Resultate der Studie werden in diesem und im nchsten Jahr erwartet.

zuletzt bearbeitet: 20.06.2017 nach oben

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