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Druckmessstrumpf für Diabetiker

Pressemitteilung: BERLIN-CHEMIE AG

Mit Hightech zum Anziehen gegen Diabetisches Fußsyndrom

Johannes Ziegler und Dr. Bernhard Brunner
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Ein herabgesetztes Schmerz- und Druckempfinden an den Fen fhrt bei Diabetespatienten schnell zu unbemerkten Druckstellen, die zum Diabetischen Fusyndrom fhren knnen. Ein innovativer Messstrumpf soll dabei helfen, dass Druckstellen frhzeitig erkannt werden und Schuhwerk noch besser angepasst werden kann.

Gut zu Fu mit Smart Textiles

Dr. Bernhard Brunner vom Fraunhofer-Institut fr Silicatforschung und sein Team entwickeln seit 2013 den ersten Druckmessstrumpf: Mithilfe modernster Technik in Textilien, sogenannte Smart Textiles, knnen die lokale Druckbelastung und die Druckverteilung erstmals am gesamten Fu aufgezeichnet werden. Das Besondere der innovativen Druckmessung sind eigens entwickelte Sensoren, die in einen Strumpf aus einem gewebten Textil integriert sind. "Die Sensoren sind an 40 medizinisch relevanten Stellen an Fusohle, Rist und Knchel positioniert", erlutert Brunner. Damit die Sensoren den Tragekomfort nicht beeinflussen, sind sie auf einer speziellen Folie auf Silikonbasis angebracht und werden auf das verwendete Baumwollmischgewebe geklebt oder genht. Das weiche, flexible Sensormaterial hlt Dehnungen von bis zu 100 Prozent stand, was besonders im Fubereich sehr wichtig ist.

Hightech zum Anziehen

Die Druckmessung der Sensoren erfolgt nach einem einfachen Prinzip: Die Elastomerfolie ist beidseitig mit hochflexiblen Elektroden beschichtet. "Verformt sich die Folie durch Druckeinflsse, verringert sich einerseits ihre Dicke, andererseits vergrert sich die Flche. Dadurch erhht sich die elektrische Kapazitt", erklrt Brunner. Der Sensor erkennt dies und leitet das entstandene Messsignal ber einen leitfhigen Faden, der ebenfalls in den Strumpf integriert ist, an ein elektronisches Modul. Das Modul wertet die Signale aus und schickt sie via Bluetooth an mobile Endgerte wie Smartphone oder Tablet. Zustzlich knnen die Daten am PC ausgelesen werden.

Verschiedene Nutzergruppen im Fokus

Gerade Diabetespatienten profitieren von den Vorteilen des Druckmessstrumpfes. Durch das Tragen des innovativen Strumpfes wird der Patient rechtzeitig vor berbelastungen gewarnt. Orthopdieschuhmacher knnen mit Hilfe der gewonnenen Druckmessdaten vom gesamten Fu das Schuhwerk der Patienten individuell anpassen - bislang waren nur Messungen an der Fuunterseite mglich. Somit knnen medizinische Komplikationen am Fu besser verhindert bzw. minimiert werden. Ein weiterer Vorteil des Messstrumpfes ist, dass die Druckverteilung nicht nur mit einer hohen rumlichen sondern auch mit einer hohen zeitlichen Auflsung gemessen werden kann. Eine Datenerhebung ist daher ber einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen denkbar. Zuknftig kann der Druckmessstrumpf auch zum Beispiel fr die Anpassung von Schuhen und Einlagen im Sport- und Fitnessbereich eingesetzt werden.

"Erstmals knnen Druckbelastungen am gesamten Fu dargestellt werden - ein groer Gewinn fr Patient und Arzt", erklrt Jurymitglied Dr. Martin Lederle, Ahaus. "Gerade bei lteren Menschen mit Diabetes bietet diese innovative Technologie die groe Chance, frhzeitig Ulzerationen an den wichtigsten relevanten Druckpunkten zu vermeiden." Somit knne prventiv der Entstehung oder Verschlechterung eines Diabetischen Fusyndroms entgegengewirkt werden.

Mit dem Preisgeld von 10.000 EUR wird der zum Patent angemeldete Druckmessstrumpf fr die Markteinfhrung optimiert. Fr einen hheren Tragekomfort sollen die Sensordicke verringert und das elektronische Modul verkleinert werden. Ein breiter Anwendertest mit Patienten und rzten ist geplant.

Bildunterschrift: Johannes Ziegler und Dr. Bernhard Brunner
Bildquelle: BERLIN-CHEMIE AG
Foto: Tobias Schneider, Berlin

zuletzt bearbeitet: 27.06.2017 nach oben

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