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Neue Forschungsergebnisse zum Typ-2-Diabetes

Bei Übergewicht steigern Killerzellen des Immunsystems das Risiko für Diabetes

PD Dr. Sebastian Theurich und Prof. Dr. Jens C. Brüning. In Deutschland sind mehr als die Hlfte der Menschen bergewichtig. Dies fhrt unter anderem dazu, dass das Immunsystem chronisch aktiviert und damit gestresst wird. Wissenschaftler der Uniklinik Kln und des Max-Planck-Instituts fr Stoffwechselforschung rund um Prof. Dr. Jens C. Brning haben eine Untergruppe von Immunzellen bei bergewichtigen Patienten entdeckt, welche das Risiko fr Typ-2-Diabetes erhht. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse nun im renommierten Wissenschaftsjournal Cell Metabolism verffentlicht.

Als Folge der zunehmenden Zahl bergewichtiger Menschen gibt es mehr Diabetes- und Schlaganfall-Patienten. Hinzu kommt, dass auch das Risiko fr Krebserkrankungen wchst, da bergewicht unter anderem das Immunsystem dauerhaft aktiviert.

Die Klner Wissenschaftler haben daher untersucht, wie das Immunsystem auf Fettleibigkeit reagiert und wie Folgeerkrankungen entstehen. Sie sind dabei auf eine Untergruppe von Natrlichen Killer (NK)-Zellen des Immunsystems gestoen.

Normalerweise haben NK-Zellen die Aufgabe, virusbefallene oder bsartige Zellen zu bekmpfen. In bergewichtigen Musen sind in einer kleinen Untergruppe von NK-Zellen jedoch andere Gene aktiv als bei Tieren mit Normalgewicht. Diese Adipositas-assoziierte NK-Zelluntergruppe ist an der Regulation des Immunsystems beteiligt und verstrkt offenbar dessen chronische Aktivitt, was wiederum zu einer erhhten Insulinresistenz fhrt - der Vorstufe von Typ-2-Diabetes (sogenannter Altersdiabetes).

Auch im Menschen unterscheidet sich die Zusammensetzung der NK-Zellen bei schlanken und adipsen Probanden: In Blutproben von fettleibigen Patienten besitzen die Killerzellen ein hnliches Genexpressionsprofil wie in fettleibigen Musen. "Unterzogen sich unsere Adipositas-Patienten einer radikalen Dit, bei der sie merklich abnahmen, verringerte sich die Anzahl der vernderten Killerzellen und das Risiko fr Diabetes. Heit, die Anzahl dieser speziellen NK-Zelluntergruppe steht in einem Zusammenhang mit bergewicht und chronischer Inflammation?, so Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut fr Stoffwechselforschung und Hmato-Onkologe an der Klinik I fr Innere Medizin der Uniklinik Kln.

In Musen konnten die Forscher das Risiko fr Diabetes senken, wenn sie diese genetisch so vernderten, dass die Untergruppe der vernderten Killerzellen bei fettreicher Ernhrung nicht mehr entstehen konnte. Ohne diese speziellen Killerzellen nahmen die Muse also trotz fettreichen Futters nicht weiter zu und entwickelten keine Insulinresistenz. "Diese Untergruppe von NK-Zellen knnte einen Angriffspunkt fr neue Therapiemglichkeiten darstellen, wenn es uns gelingt, diese Zellen gezielt auszuschalten", erklrt Dr. Theurich. Die Wissenschaftler wollen daher jetzt genau die Gene finden, welche die Killerzellen spezifisch auszeichnen und angreifbar machen.

Dr. Theurich wurde durch das Rotationsstellenprogramm der Medizinischen Fakultt der Universitt zu Kln gefrdert. Diese Stellen sollen Klinikern die Mglichkeit geben, vom Klinikbetrieb fr eine bestimmte Zeit freigestellt zu werden, um sich intensiv der Bearbeitung eines Forschungsvorhabens zu widmen.

Quellen

Originalpublikation: Sebastian Theurich, Eva Tsaousidou, Ruth Hanssen, Adelheid M. Lempradl, Jan Mauer, Katharina Timper, Katharina Schilbach, Kat Folz-Donahue, Christian Heilinger, Veronika Sexl, John Andrew Pospisilik, F. Thomas Wunderlich, Jens C. Brning IL-6/Stat3-Dependent Induction of a Distinct, Obesity-Associated Natural Killer Cell Subpopulation Deteriorates Energy and Glucose Homeostasis; Cell Metabolism 2017 DOI: 10.1016/j.cmet.2017.05.018

Bildunterschrift: v.l. Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich und Prof. Dr. Jens C. Brning.
Bildquelle: Universittsklinikum Kln

zuletzt bearbeitet: 07.07.2017 nach oben

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