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BZgA: 50 Jahre Prävention und gesundheitliche Aufklärung

Gesundheitskompetenz für die Bevölkerung - wissenschaftsbasiert und qualitätsgesichert

Die Bundeszentrale fr gesundheitliche Aufklrung (BZgA) wird 50 Jahre alt: Gegrndet am 20. Juli 1967, trgt die Fachbehrde im Geschftsbereich des Bundesministeriums fr Gesundheit mit ihrem Sitz in Kln seit einem halben Jahrhundert mit bundesweiten Prventionsmanahmen zur gesundheitlichen Aufklrung der Bevlkerung bei. Aufgabe der BZgA ist es, der Bevlkerung qualittsgesicherte, fachlich fundierte und zielgruppengerecht aufbereitete Gesundheitsinformationen zur Verfgung zu stellen. Sie untersttzt Brgerinnen und Brger dabei, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln, um in gesunden Verhltnissen aufwachsen, leben, arbeiten und gesund lter werden zu knnen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Grhe erklrt dazu: "Die Bundeszentrale fr gesundheitliche Aufklrung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden. Seit 50 Jahren informiert sie Brgerinnen und Brger mit groem Einsatz - und oft auch mit Humor - zu wichtigen Gesundheitsfragen. Dabei hat sie bewiesen: Gesundheitsfrderung wirkt! Mit dem Prventionsgesetz haben wir dafr gesorgt, dass hochwertige Angebote der Gesundheitsfrderung dorthin getragen werden, wo Menschen leben, lernen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen - in die Kita, Schule, an den Arbeitsplatz, in die Pflegeeinrichtung oder ins Stadtquartier. Dabei untersttzt die BZgA die Krankenkassen mit ihrem Fachwissen. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BZgA, die mit ihrem Einsatz zur Erfolgsgeschichte der BZgA beigetragen haben."

Familienministerin Dr. Katarina Barley betont: "Junge Menschen sollen ber ihr Leben und Lieben selbst bestimmen knnen. Dass sich Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland gut aufgeklrt fhlen, ist ein Erfolg, den wir ganz besonders der Arbeit der BZgA zu verdanken haben. Seit einem halben Jahrhundert vermittelt sie einen guten Zugang zu allen Fragen rund um Sexualitt und Familienplanung. Das ist ein Auftrag, der in Zeiten moderner und schneller Medien nicht unbedingt leichter geworden ist. Ich danke der BZgA fr ihre Arbeit und gratuliere herzlich zum Jubilum."

Die langjhrige Prventionsarbeit der BZgA hat sich bewhrt. Die seit 1987 bestehende Aufklrungskampagne "Gib AIDS keine Chance" zhlt beispielsweise zu den erfolgreichsten Prventionskampagnen, die die Gesundheit der Bevlkerung positiv beeinflusst haben. So weist Deutschland nach drei Jahrzehnten AIDS-Aufklrung heute bei den HIV-Infektionszahlen im europischen Vergleich eine niedrige Neuinfektionsrate auf. Immer mehr Menschen schtzen sich mit Kondomen: Waren es 1988 rund 54 Prozent der ber 16-Jhrigen, sind es heute 91 Prozent. Die Kampagne, ergnzt um das Themenfeld weiterer sexuell bertragbarer Infektionen (STI), wird seit 2016 unter dem Namen LIEBESLEBEN fortgesetzt.

Nachhaltig ist auch die seit 2002 laufende "rauchfrei-Jugendkampagne" der BZgA, die sich an unter 18-Jhrige richtet. Die Raucherquote bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ist derzeit auf einem historischen Tiefstand: Rauchten 2001 noch 28 Prozent dieser Altersgruppe, waren es 2015 nur noch knapp acht Prozent. Ebenfalls Wirkung zeigt die Alkoholprventions-kampagne "Alkohol? Kenn Dein Limit.", die Jugendliche und junge Erwachsene anspricht: Der Anteil der 12- bis 17-Jhrigen, die mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, ist von rund 21 Prozent in 2004 auf zehn Prozent in 2016 gesunken.

Dieses Erfolgsmodell, basierend auf den Daten der Grundlagenwissenschaften, will Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, in enger Kooperation mit den langjhrigen Partnern auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene weiterentwickeln: "Die Zugangswege der Menschen zu Informationen und ihre Mediennutzung ndern sich. Sie informieren sich zunehmend aktiv ber Gesundheitsthemen und werden dabei mit einer Vielzahl von Informationen unterschiedlicher Qualitt konfrontiert. Sie als verlsslicher Partner zu begleiten und ihre Gesundheitskompetenz mit wissenschaftsbasierten, gut verstndlichen und unabhngigen Informationen und Angeboten zu frdern, wird auch in Zukunft die Aufgabe der BZgA sein. Gleichzeitig wollen wir gesundheitsfrdernde Strukturen in den Lebenswelten und qualittsgesicherte Angebote strken", so Dr. Thaiss.

Die Informationen und Manahmen der BZgA zeigen deutlich den Wandel der Prventionsarbeit in den letzten 50 Jahren: Standen in den 1960er-Jahren eher Konzepte der Abschreckung im Mittelpunkt wie in dem Film "Der Tod gibt eine Party", wurde in den 1970er-Jahren verstrkt auf einen belehrenden Stil mit erhobenem Zeigefinger gesetzt mit Appellen wie "Du sollst - Du darfst nicht".

Die Ottawa-Charta zur Gesundheitsfrderung, an der die BZgA mitgearbeitet hat, brachte 1986 einen Paradigmenwechsel: Gesundheit war nicht mehr nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern wurde in einem umfassenden Sinne verstanden, der krperliche, seelische und soziale Aspekte bercksichtigt. Ziel war es fortan, den Menschen mehr Selbstbestimmung ber ihre eigene Gesundheit zu ermglichen.

Zu Beginn der 1990er-Jahre fand, ausgehend vom Nationalen Rauschgiftbekmpfungsplan, eine inhaltliche Vernderung der Drogenprvention statt - weg von ausschlielicher Informationsvermittlung und Abschreckung hin zur Frderung der Lebenskompetenz mit einem schon im frhen Kindesalter ansetzenden Programm zur Suchtvorbeugung. Die BZgA hat dazu die Kampagne "Kinder stark machen" entwickelt.

Seit 2007 hat sich das Aufgabenspektrum deutlich erweitert: So wurde das Nationale Zentrum Frhe Hilfen (NZFH) bei der BZgA angesiedelt und mit dem Programm "Gesundes Alter" ein weiterer Schwerpunkt auf die Gesundheit lterer Menschen gelegt. Seit 2012 informiert zudem die bundesweite Initiative "Trau dich!" zum Thema sexueller Missbrauch.

Ein wichtiger Meilenstein fr die Prventionsarbeit in Deutschland ist das am 25. Juli 2015 in Kraft getretene Prventionsgesetz zur Strkung der Gesundheitsfrderung und der Prvention. Der BZgA werden durch das Gesetz neue zustzliche Aufgaben zugewiesen. Dazu gehrt die Geschftsstelle der Nationalen Prventionskonferenz, deren Aufgabe es ist, die Mitglieder der Prventionskonferenz bei der Entwicklung der Nationalen Prventionsstrategie zu untersttzen. Auerdem untersttzt die BZgA die gesetzlichen Krankenkassen bei der Prventionsarbeit und der Qualittsentwicklung in Lebenswelten.

Prvention und Gesundheitsfrderung werden heute als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen - so arbeitet die BZgA eng mit einer Vielzahl von Kooperationsverbnden und Netzwerken zusammen. Jngste Beispiele sind das Nationale Aktionsbndnis Wiederbelebung (NAWIB) zur Laienreanimation und seit Ende 2016 die Geschftsstelle der Nationalen Aufklrungs- und Kommunikationsstrategie Diabetes mellitus.

Qualittssicherung nimmt fr die Arbeit der BZgA eine bedeutende Rolle ein. So stellen die regelmigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu Wissen, Einstellungen und Verhalten zu Gesundheitsthemen in der Bevlkerung, z. B. zum Impfen und zur Hygiene, zum Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener oder zur Drogenaffinitt, wichtige Bausteine dar. Seit einigen Jahren werden Instrumente des Qualittsmanagements fr die eigene Arbeit entwickelt, die auch anderen Institutionen zur Verfgung gestellt werden. Dazu gehrt auch die Wirkungsanalyse der Aufklrungsmanahmen. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Entwicklung und Festlegung von Qualittsstandards. Denn Qualittsentwicklung und -sicherung sind Voraussetzung fr zielgerichtete und wirksame Manahmen mit adquater Mittelverwendung fr einen nachhaltigen Erfolg der Prventionsarbeit.

Mit ihrer Erfahrung aus 50 Jahren gesundheitlicher Aufklrung ist die BZgA im Verbund mit ihren Kooperationspartnern gerstet, um sich den neuen zuknftigen Herausforderungen im Auftrag des Bundesministeriums fr Gesundheit zu stellen und die Gesundheitskompetenz der Menschen und ihrer Umgebung zu strken, damit Prvention und Gesundheitsfrderung neben Kuration und Rehabilitation in Zukunft den gebhrenden gesellschaftlichen Stellenwert erhalten.

Eine filmische Retrospektive finden Sie unter: http://www.bzga-avmedien.de/

zuletzt bearbeitet: 07.07.2017 nach oben

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