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Bundesweit größte Gesundheitsstudie NAKO in Berlin

Bereits 3.000. Studienteilnehmerin im MRT

Die Hlfte ist geschafft. Ute Radeklau aus Berlin ist die 3000. Studienteilnehmerin, die am Max-Delbrck-Centrum fr Molekulare Medizin (MDC) im Rahmen der grten deutschen Gesundheitsstudie NAKO in der "Berlin Ultrahigh Field Facility" untersucht wurde. In gut einer Stunde wurden bei ihr tausende Bilder im MRT gemacht. NAKO luft seit 2014 - fr 27 weitere Jahre. Durch die Erhebung von Gesundheitsdaten und Risikofaktoren bei bundesweit rund 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll die Prvention, Frherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz verbessert werden.

Das Berliner MRT-Gert ist praktisch immer ausgelastet - fnf Tage die Woche, und das seit fast drei Jahren. Etwa 6.500 Schnittbilder werden pro Teilnehmer in der Rhre aufgezeichnet. Ziel ist es, bei insgesamt 6.000 Personen aus Berlin und Umland eine Ganzkrperuntersuchung im Magnetresonanztomograph (MRT) durchzufhren. Das MRT-Studienzentrum am MDC arbeitet mit den drei Berliner NAKO-Studienzentren (Berlin-Nord, Berlin-Mitte und Berlin-Sd) zusammen.

Im MRT werden mit Radiowellen und einem starken Magnetfeld hochprzise Bilder erzeugt; eine Strahlenbelastung gibt es dadurch nicht. Kopf und Gehirn, Wirbelsule, Herz, Brustkorb, Bauch und Becken werden im Ganzkrper-MRT schichtweise abgebildet und die verschiedenen Gewebe hochauflsend dargestellt. Die bundesweit fnf NAKO-MRT-Zentren setzen exakt die gleichen 3,0-Tesla-MRT-Gerte ein und liefern somit vergleichbare Bilder und Daten. Die Studienuntersuchungen sollen Untersuchungen, die medizinisch erforderlich sind, nicht ersetzen. Fallen bei der Auswertung der Bilder "abklrungsbedrftige Zufallsergebnisse" auf, so werden diese weiterverfolgt.

"MRT-Daten sind eine wertvolle Ergnzung der Gesundheitsdaten?

Aus wissenschaftlicher Sicht sind die MRT-Daten eine wertvolle Ergnzung der anderen in der NAKO erhobenen Gesundheitsdaten. "Wir knnen spter untersuchen, ob MRT-Ergebnisse, deren gesundheitliche Relevanz wir heute noch nicht einschtzen knnen, mit dem Auftreten von Krankheiten verbunden sind," sagt Prof Tobias Pischon, der das Studienzentrum Berlin-Nord der NAKO am MDC leitet.

An der NAKO teilnehmen knnen nur Personen, die zufllig ausgewhlt und per Post eingeladen wurden. Prof. Thoralf Niendorf, Leiter der "Berlin Ultrahigh Field Facility" und Projektleiter Bildgebung im NAKO-MRT-Zentrum Berlin im MDC, bedankt sich fr die hohe Bereitschaft der angeschriebenen Personen teilzunehmen: "Das Projekt verluft reibungslos und wir freuen uns sehr, dass Probandinnen und Probanden wie Frau Radeklau so engagiert mitwirken. Die 3.000 Teilnehmer leisten einen beraus wichtigen Beitrag fr die Gesundheitsforschung in Berlin, Brandenburg und Deutschland."

Die NAKO-Gesundheitsstudie

Ziel der NAKO-Gesundheitsstudie ist die Verbesserung der Prvention, Frherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Demenz. Bundesweit werden fr die Studie 200.000 Menschen im Alter von 20 bis 69 Jahren untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Zustzlich werden biologische Proben gewonnen und fr Forschungsprojekte getrennt von den Personendaten unter einer Kennnummer aufbewahrt. Die Teilnehmenden werden dann 20 bis 30 Jahre beobachtet, um auf diese Weise Risikofaktoren zu identifizieren."

Wer kann an der NAKO Studie teilnehmen?

An der Studie kann nur teilnehmen, wer ein Einladungsschreiben von einem der 18 NAKO-Studienzentren erhlt. Die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit zurckgezogen werden. Die Studie wird in den ersten zehn Jahren mit 210 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums, der Lnder und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert. Initiiert haben die NAKO die Helmholtz-Gemeinschaft, Universitten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie Einrichtungen der Ressortforschung.

Das Max-Delbrck-Centrum fr Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrck-Centrum fr Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegrndet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrck benannt, dem 1969 der Nobelpreis fr Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser diagnostizieren, verhten und wirksam bekmpfen zu knnen. Dabei kooperiert das MDC mit der Charit - Universittsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z. B. dem Deutschen Zentrum fr Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschftigte und Gste aus nahezu 60 Lndern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft ttig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

zuletzt bearbeitet: 21.07.2017 nach oben

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