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Patientenzentrierte Diabetologie

Abstract zum Vortrag von Dr. rer. medic. Nicola Haller, Ärztehaus am Vincentinum, Augsburg, Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland, Stellvertretende Vorsitzende diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, im Rahmen der Pressekonferenz des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) am 14. Juni 2017 in Berlin.

Was Diabetesberatung leistet und in Zukunft leisten muss

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus verlangt den betroffenen Menschen eine Menge ab: Blutzuckermessen, Lebensstilvernderungen beispielsweise bei der Ernhrung, die regelmige Einnahme von Medikamenten oder das Spritzen von Insulin. Ein hohes Ma an Selbstmanagement ist ntig. Diabetespatienten lernen den Umgang mit ihrer Erkrankung durch Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen. Diabetesberater/in DDG ist eine qualifizierende Berufsbezeichnung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Sie wird durch eine umfassende Weiterbildung erworben. Adressaten sind Personen, die bestimmte Heilberufe ausben. Die Weiterbildung vermittelt fachliche und personale Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Schulung und Beratung von Menschen mit Diabetes mellitus - entsprechend dem aktuellen Stand medizinisch-diabetologischer Erkenntnisse.

Im Herbst 2016 hat die DDG zusammen mit weiteren Organisationen[*], darunter auch der VDBD, das Strategiepapier "Diabetologie 2025" verfasst, um die wichtigsten strategischen Handlungsfelder zu identifizieren und Forderungen an die Politik zu formulieren. Eines der zehn Handlungsfelder ist die "Patienteninformation: Schulung und Empowerment".

In der Zukunft mssen bereits vorhandene Schulungsprogramme durch individuelle, modulare Beratungen ergnzt werden, beispielsweise durch individuelle Online-Schulungen, neue Schulungskonzepte fr Diabetes-Technologie (z. B. durch APPs) und niederschwellige Schulungsangebote fr Patienten mit kognitiven oder anderen Einschrnkungen. "Gut geschulte Patienten als Basis einer optimalen Versorgung" ist das Credo dieser Bestrebungen, die sich an den unterschiedlichen und sich verndernden Lebenswelten der Patienten orientieren. Das setzt voraus, dass es zeitnah und individuell Fortbildungen gibt, damit die Beraterinnen diesen Aufgaben gewachsen sind. Das im Strategiepapier ebenfalls als Handlungsfeld identifizierte Thema Digitalisierung (Technologie) ist hiermit eng verzahn und ergnzt diese Forderung.

Apps haben mittlerweile auch im Bereich Diabetes Einzug gehalten und knnen in vielfltiger Weise den Alltag der Patienten mit Diabetes erleichtern und untersttzen. Fr Patienten ist es allerdings nicht ganz einfach, sich in der wachsenden Vielfalt der sogenannten Health Apps (Gesundheitsapps) zurechtzufinden. Vor allem in Hinblick auf Qualitt, Datenschutz und Datenquellen mssen Anwender von Diabetes-Apps sehr genau hinschauen. Bisher gibt es hierfr keine einheitlichen Standards. Sie sind jedoch in Arbeit. Auch hier ist Beratung und Schulung ntig. Diabetesberaterinnen sollen Patienten in der Anwendung von Apps untersttzen. Das bedeutet, dass sie selbst immer auf dem neuesten Stand sein mssen, was nicht ganz einfach ist bei diesen schnelllebigen Entwicklungen.

Viele Diabetespatienten haben bereits ein neues und stabiles Selbstverstndnis. Diabetes ist jedoch eine chronische Erkrankung, die eine Begleitung ber lngere Zeitrume hinweg braucht. Diese Patienten in fachlicher, medizinischer und/oder psychologischer Hinsicht durch ein geeignetes sowie bedrfnisorientiertes Coaching zu begleiten, ist eine weitere wichtige Aufgabe der Diabetesberaterin. Sie stimmt diese Betreuung mit dem Diabetespatienten auf seinen Bedarf ab. Diabetesberater/innen sind gefordert, sich den rasant wachsenden Herausforderungen zu stellen und ihnen gerecht zu werden. Hierbei wird auch die Untersttzung durch die Gesundheitspolitik gesucht, um das Arbeitsfeld in der Diabetologie patientengerecht gestalten zu knnen, z. B. durch eine Vereinfachung der Abrechnung von Prventionsleistungen.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

* Quelle: diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, dem Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen (BVND), dem Bundesverband der Diabetologen in den Kliniken (BVDK), der Patientenorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) und dem Wissenschaftlichen Institut der niedergelassenen Diabetologen (winDiab).

zuletzt bearbeitet: 26.07.2017 nach oben

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