Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2017 > 170804

Hilfsmittel erleichtern den Umgang mit Typ-1-Diabetes

Keine Angst vor neuer Technik

In Deutschland gibt es aktuell mehr als sechs Millionen Menschen mit Diabetes. 300.000 davon haben Diabetes Typ 1 und bentigen eine lebenslange Therapie mit Insulin-Injektionen. Technische Innovationen, wie Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung oder Insulinpumpen, erleichtern den Betroffenen den Umgang mit der Erkrankung. Einige Patienten schrecken jedoch vor dem Gebrauch zurck.

Warum sich die Umstellung auf technische Hilfsmittel lohnt und was es in der Anwendung zu beachten gibt, erklrt Ulrike Thurm im Expertenchat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am Mittwoch, den 9. August 2017. Interessierte knnen ihre Fragen schon jetzt auf www.diabetesde.org/chat einsenden.

Bei Menschen mit Diabetes Typ 1 richtet sich das Immunsystem flschlicherweise gegen die Betazellen in der Bauchspeicheldrse und zerstrt sie. Die Betroffenen mssen deshalb mehrmals tglich ihren Blutzuckerspiegel messen und eine entsprechende Dosis Insulin spritzen. "Ohne technische Hilfsmittel wre der insulinpflichtige Diabetes nicht behandelbar", erklrt Ulrike Thurm, Vorstandsmitglied der AG Diabetes und Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). "In den letzten Jahren wurden kontinuierlich bessere und einfachere Behandlungsmethoden entwickelt, die den Lebensalltag mit Diabetes und Umgang mit der chronischen Erkrankung enorm erleichtern", ergnzt Thurm.

Einige Diabetes-Patienten sind bei der Anwendung der neuen Hilfsmitteln jedoch zurckhaltend, obwohl diese viele Vorteile bieten. "Denn CGM-Systeme verbessern beispielsweise nicht nur die Diabeteseinstellung, sondern auch die Lebensqualitt der Menschen", so die Diabetesberaterin. Mit Hilfe von Sensoren messen diese Gerte ber eine dnne Nadel im Unterhautfettgewebe rund um die Uhr alle fnf Minuten die Zuckerwerte. Der Patient erfhrt so, wie sich seine Glukosewerte im gesamten Tages- und Nachtverlauf verndern und wird rechtzeitig alarmiert, wenn Unter- oder berzuckerungen drohen.

Auch bei der knstlichen Bauchspeicheldrse, die voraussichtlich ab 2018 auf dem europischen Markt verfgbar ist, befindet sich der Sensor im Unterhautfettgewebe. Das technische Gert misst automatisch den Blutzucker und gibt ber eine Insulinpumpe die richtige Menge Insulin ab. Fr die Patienten hat die knstliche Bauchspeicheldrse viele Vorteile: Der Computer arbeitet viel prziser, als das manuell mglich ist. So kann der Blutzucker wesentlich stabiler gehalten werden. "Vor allem nachts kann das Gert einer gefhrlichen Unterzuckerung vorbeugen, die besonders hufig whrend der Schlafenszeit von Kindern und Jugendlichen auftritt", sagt Thurm.

Diabetes-Patienten mssen sowohl zu ihrer Insulintherapie als auch zu ihrem zuknftigen CGM-System oder anderem technischen Hilfsmittel umfassend geschult werden. "Die Schulung ist die Grundlage fr eine sichere Anwendung und somit auch eine erfolgreiche Therapie", betont Thurm. Die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Technologie (AGDT) sowie die Arbeitsgemeinschaft Pdiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG haben dazu 2016 unter dem Namen "Spectrum" ein Schulungs- und Behandlungsprogramm zum kontinuierlichen Glukosemonitoring entwickelt. Es ist auf Patienten unterschiedlicher Altersgruppen und deren Bedrfnisse angepasst und fr alle CGM-Systeme und Insulintherapieformen anwendbar. "Patienten, die daran interessiert sind, neue technische Hilfsmittel auszuprobieren, sollten sich von ihrem behandelnden Diabetologen umfassend beraten lassen", ergnzt die Diabetesberaterin.

Fragen zu neuen Behandlungsverfahren und technischen Hilfsmitteln in der Therapie von Diabetes Typ 1 beantwortet Ulrike Thurm am Mittwoch, den 9. August 2017, im Expertenchat "Keine Angst vor neuer Technik: Vom kontinuierlichen Glukosemessen bis hin zur knstlichen Bauchspeicheldrse" von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.

Das knnte Sie auch interessieren:

zuletzt bearbeitet: 04.08.2017 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Professor Dr. Peter Bottermann

Prof. Peter Bottermann

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.