Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2017 > 171005

Fern- und Aktivreisen als Typ-2-Diabetiker

Diabetes ist kein Hindernis - Grundregeln bei der Reiseplanung beachten

Sonne, Strand und Wellen brechen im Meer Diabetes ist kein Hindernis fr ungetrbte Freizeitaktivitt und Reiselust. Doch aus Unsicherheit und Sorge um ihre medizinische Versorgung verzichten viele Diabetiker hufig auf lngere Ausflge oder Reisen. Das Leben mit dieser chronischen Stoffwechselerkrankung erfordert von den Betroffenen ein hohes Ma an Selbstdisziplin und Selbstmanagement. Das gilt insbesondere auf Reisen. "Wird die Reise im Vorfeld sorgfltig organisiert und einige Grundregeln beachtet, steht dem Urlaubsvergngen jedoch nichts im Wege", betont Benno Schmeing, Vorstandsmitglied der Sddeutschen Krankenversicherung a.G. (SDK). Untersttzung zu allen Fragen rund um die Erkrankung erhalten Betroffene im Rahmen des Betreuungsprogramms Diabetes fr SDK-Vollversicherte.

Rund 6,7 Millionen Menschen leiden laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Deutschland an Diabetes mellitus  davon sind 95 Prozent an einem Diabetes Typ 2 erkrankt. Neben der genetischen Veranlagung sind bergewicht und Bewegungsmangel wesentliche Risikofaktoren fr die Entstehung und den Verlauf von Diabetes Typ 2. Durch eine Anpassung des Lebensstils lsst sich das Krankheitsgeschehen gnstig beeinflussen. Mit einer gezielten Umstellung auf eine kalorienarme Ernhrung knnen Menschen mit Typ-2-Diabetes ihren Blutzuckerspiegel deutlich senken und die Insulinproduktion regulieren. Zustzlich helfen Bewegung und regelmige Selbstkontrolle des Blutzuckers, den Diabetes gegebenenfalls sogar ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Lsst sich mit dieser Basistherapie der erhhte Blutzuckerspiegel nicht positiv beeinflussen, muss eine medikamentse Behandlung oder Insulingabe in Betracht gezogen werden. Denn bleibt die chronische Insulinresistenz unbehandelt, knnen im schlimmsten Fall aufgrund des dauerhaft erhhten Blutzuckerspiegels Folgeschden wie Herz- und Geferkrankungen, Schlaganfall, Amputationen und Erblindung auftreten.

Auf Reisen sollten Diabetiker ihren Blutzucker hufiger kontrollieren und darauf achten, dass durch den Flug und klimatische Vernderungen sowie starke krperliche Anstrengung keine gefhrlichen Blutzuckerschwankungen entstehen. Bei sportlicher Aktivitt sollten Betroffene ihren persnlichen Trainingszustand bercksichtigen. Denn Menschen mit wenig Kondition haben geringere Glykogenspeicher und unterzuckern daher leichter. Krperliche Anstrengungen wie Radtouren oder ausgedehnte Wanderungen sollten mit Blick auf Dauer, Intensitt, Art der Belastung und Zeitpunkt deshalb gut geplant werden. Gegebenenfalls mssen Ernhrung und Medikamentengabe angepasst werden. Bentigte Medikamente sollten in doppelter Menge ins Reisegepck. Sie drfen nicht starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Das Gleiche gilt fr Teststreifen und Blutzuckermessgerte.

Grundstzlich sind Sport und Reisen auch fr Typ-2-Diabetiker kein Problem. Voraussetzungen sind eine stabile Blutzuckereinstellung, ein gutes Selbstmanagement und ein ausreichend behandelter Zustand mglicher Folgeerkrankungen. Das betont Professor Dr. med. Thomas Kpper vom Institut fr Arbeits- & Sozialmedizin der RWTH Aachen in der Fachzeitschrift "Diabetes aktuell". In dem Beitrag "Aktivurlaub bei Diabetes - Mit den richtigen prventiven Manahmen gut machbar" empfiehlt er im Vorfeld jeder 'exotischeren' Reise eine Risikoanalyse im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung: Wie ist die Infrastruktur unterwegs? Ist stationre Behandlung vor Ort erreichbar? Wie sind Infektionsgefahren einzuschtzen? Handelt es sich um einen Zeitzonenflug? Hat der Patient vor Ort Zugang zu bekannten Lebensmitteln? Ist der Tagesablauf einigermaen geregelt? Sind die Mitreisenden informiert? Wie sind das Klima und das Aktivittsniveau unterwegs? Diese Fragen seien im Vorfeld zu klren.

"Der Planungsaufwand ist fr Menschen mit einer chronischen Erkrankung hher als fr gesunde Reisende, aber mit der entsprechenden Vorbereitung knnen auch Diabetiker Aktiv- und Fernreisen genieen", betont Schmeing. Die Sddeutsche Krankenversicherung a.G. untersttzt betroffene Vollversicherte hierbei im Rahmen des SDK-Betreuungsprogramms Diabetes.

Ein persnlicher Case-Manager klrt mit dem Erkrankten nicht nur Fragen zum Umgang mit Diabetes im Alltag, sondern hilft auch bei der konkreten Reisevorbereitung. Steht eine Auslandsreise an, sollten sich Betroffene beispielsweise rechtzeitig um einen internationalen, mehrsprachigen Diabetes-Ausweis kmmern. Ins Handgepck im Flugzeug gehrt eine Liste der mitgefhrten Medikamente und Diabetes-Utensilien. Untersttzen kann der Case-Manager gegebenenfalls auch bei der Auswahl und Bedienung telemedizinischer Systeme wie Apps, die unterwegs eine bersichtliche Dokumentation der Daten ermglichen. "Wir mchten damit dazu beitragen, dass Menschen mit Diabetes ihren Alltag gut bewltigen und eine mglichst hohe Lebensqualitt genieen knnen - auch auf Reisen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Krankheit hilft dabei, die Folgeerkrankungen von Diabetes so lange wie mglich hinaus zu zgern und zu reduzieren", betont Schmeing.

Sddeutsche Krankenversicherung a.G.

Die SDK mit Sitz in Fellbach ist in Sddeutschland der Krankenversicherungsspezialist der Volksbanken Raiffeisenbanken. Hier zhlt die SDK mit 760 Millionen Euro Beitragseinnahmen zu den grten privaten Krankenversicherern. ber 650.000 Versicherte bauen beim Thema Gesundheitsvorsorge auf die SDK. Fr kompetente Beratung und Hilfe sorgen rund 800 Beschftigte im Innen- und Auendienst. Renommierte Wirtschaftsmagazine und fhrende Rating-Unternehmen zhlen die SDK zu den besten Unternehmen der Branche.

Quellen

Thomas Kpper: Aktivurlaub bei Diabetes - Mit den richtigen prventiven Manahmen gut machbar, Diabetes Aktuell (2016; 14(02): 68 - 72), Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2016

Bildunterschrift: Sonne, Strand und Wellen brechen im Meer
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

Das knnte Sie auch interessieren:

zuletzt bearbeitet: 05.10.2017 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Professor Dr. Peter Bottermann

Prof. Peter Bottermann

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.