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Europäisches Parlament hat über Lebensmittelkennzeichnung entschieden

diabetesDE bedauert Entscheid gegen Nährwertampel für Verbraucher

Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt, Tendenz steigend. Eine Ursache fr Diabetes Typ 2 ist bergewicht. diabetesDE fordert in einem "Ampel-Bndnis" zusammen mit der Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesrztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendrzte, Spitzenverband Gesetzlicher Krankenversicherungen und Deutsche Herzstiftung daher eine verstndliche und verbraucherfreundliche Nhrwertkennzeichnung auf allen verpackten Nahrungsmitteln in Form einer Ampel. Das Europische Parlament hat heute in Straburg ber die Verordnung zur Information der Verbraucher ber Lebensmittel entschieden und sich gegen die Nhrwertampel ausgesprochen.

Eine Ampel-Kennzeichnung htte nach Ansicht von diabetesDE und seinen Partnern eine klare und leicht verstndliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Nahrungsmitteln dargestellt: Rot fr Lebensmittel mit hohem Anteil an Nhrstoffen wie beispielsweise Fett, Salz oder Zucker, gelb fr solche mit mittlerem und grn fr jene mit geringem Anteil. "Dieses Schema bietet eine leicht verstndliche Hilfe, die auch Verbraucher immer wieder wnschen", sagt Dr. Dietrich Garlichs, Geschftsfhrer von diabetesDE.

Mit starker Mehrheit stimmte das Europische Parlament heute jedoch gegen die Einfhrung eines Ampel-Systems. Durchgesetzt hat sich stattdessen eine verpflichtende Kennzeichnung auf der Vorderseite aller verpackten Lebensmittel: Die sogenannte "GDA-Kennzeichnung". Sie steht fr "Guideline Daily Amount" ? einem Richtwert fr die Tageszufuhr von Energie ber die Nahrung. Damit entspricht das Parlament dem Vorschlag des Verbandes der Europischen Lebensmittelindustrie. Einige Hersteller wenden ihn bereits freiwillig an.

Zwar sollen Lebensmittelproduzenten dabei knftig den Brennwert in Kalorien, den Anteil an gesttigten Fettsuren, Fett-, Zucker- und Salzgehalt jedes Nahrungsmittels angeben und auch den prozentualen Anteil am Tagesbedarf dieser Bestandteile. Jedoch orientiert sich die GDA an Durchschnittswerten des tglichen Energiebedarfs von 2000 Kalorien fr Frauen und 2500 Kalorien fr Mnner. Damit stellt er einen zu allgemeinen Wert dar, meint diabetesDE: Der Bedarf von Kindern oder lteren Menschen weicht in der Regel davon ab.

diabetesDE lehnt diese Art der Kennzeichnung zusammen mit den Partnern Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesrztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendrzte, Spitzenverband Gesetzlicher Krankenversicherungen und Deutsche Herzstiftung aus verschiedenen Grnden ab.

Whrend die Ampel-Kennzeichnung als Bezugsgre und einheitlichen Vergleichswert stets 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter heranzieht, ist die Portionsgre beim GDA-System nicht definiert und standardisiert. Dies erlaubt Herstellern, auf der Vorderseite von Lebensmitteln auf kleinere Portionen von zum Beispiel 15 oder 30 Gramm bezogene Angaben zu machen.* "Dies kann Verbraucher dahingehend tuschen, dass zum Beispiel Fett- oder Zuckergehalt gering sind", sagt Dr. Garlichs, Deshalb befrworte diabetesDE das Ampelschema.

Nach erster Lesung im europischen Parlament muss nun auch der Ministerrat hierzu Position beziehen. Da beide darber entscheiden, mssen Parlament und Rat einen Kompromiss erarbeiten. Mit einem Gesetz ist frhestens im Frhjahr 2011 zu rechnen.

*Anmerkung der DiabSite-Redaktion:
Laut Pressemitteilung des Europischen Parlaments sind "die Energie- und Nhrstoffmenge stets pro 100 g oder 100 ml anzugeben". Wir wrden es daher eher begren, wenn sich eine Diabetes-Organisation ganz im Sinne der Diabetiker fr die Angabe der Kohlenhydratmenge (oder BEs) pro Portion eines Produkts einsetzen wrde. Das knnte Menschen mit Diabetes hufig das Kopfrechnen und Wiegen ersparen.

zuletzt bearbeitet: 17.06.2010 nach oben

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