Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2010 > 101111b

Von Nutzen, Zusatznutzen und Schäden des AMNOG

Erschwerte Bedingungen für die Forschung und Chaos in der Versorgung

Das heute im Bundestag verabschiedete Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) wird zu einer deutlichen Verschlechterung der Versorgung und zu schwerwiegenden Auswirkungen auf die Forschung im Arzneimittelbereich fhren. Insbesondere die Forschung an bewhrten Wirkstoffen wird aufgrund der Lage des Gesetzes weiter erschwert.

Zustzlich sei die Legitimation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fr Entscheidungen ber die Frage, was der Gesellschaft fr Arzneimittelinnovationen wert sind, fraglich. Entscheidungen ber den Leistungskatalog aller Menschen in Deutschland bruchten eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz, die der G-BA aufgrund seiner Struktur aber nicht habe. "Wir haben uns immer zur Nutzendebatte und zum Nachweis eines Zusatznutzens bekannt. Doch dieses Gesetz hat keinerlei wettbewerbliche Orientierung, setzt einzig und allein auf Sparen und nicht auf Versorgungsverbesserungen und verschlechtert somit in Teilbereichen die Versorgung.", erklrte Dr. Bernd Wegener, Vorstandsvorsitzender des BPI.

Es sei nicht nachvollziehbar, warum Orphan Drugs (Arzneimittel zur Behandlung seltener Erkrankungen), die im Zulassungsverfahren ihren Zusatznutzen nachweisen mssen, nun bei einem zu erwartenden Umsatz von mehr als 50 Millionen ein weiteres Mal einen Nachweis erbringen mssen. Zusatznutzen hnge nicht vom Umsatz eines Arzneimittels ab.

Katastrophal seien die Auswirkungen der Packungsgrenverordnung. Obwohl Industrie und Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung diese Regelung einhellig ablehnten, mssen nun die Arzneimittelpackungsgren zum 1. Juli 2011 und dann noch einmal 2013 umgestellt werden. Dabei wird es eine Flut von Ausnahmefllen geben, die medizinisch begrndet gar nicht auf eine andere Packungsgre umstellen drfen. Zudem luft die Regierung Gefahr, mit dieser Regelung dafr zu sorgen, dass einige Arzneimittel ab dem 1. Juli 2011 nach bisheriger Praxis gar nicht mehr erstattungsfhig sind, da eine Umstellung mit allen notwendigen Studien und Tests und der Genehmigung bis dahin nicht mglich ist.

Die im Gesetz verankerte Regelung kann in Extremfllen zu Packungen mit 1200 Tabletten oder zu Gren von 2 Liter Behlter fr flssige Arzneimittel fhren. "Wir fordern das Ministerium auf, diese Regelung sofort zu beseitigen! Ansonsten drohen der Versorgung das Chaos und den Unternehmen berflssige Millionenlasten.", so Wegener.

zuletzt bearbeitet: 11.11.2010 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Professor Dr. Peter Bottermann

Prof. Peter Bottermann

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.