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Glück als Grundlage für mehr Wohlstand

Pressemitteilung: Deutsches CSR-Forum

Kosten für Umwelt und Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes drohen den Wirtschaftserfolg aufzuzehren

Richard David Precht, Prof. Bernd Raffelhüschen und Karma Tshiteem diskutieren auf dem Deutschen CSR-Forum am 9. April 2013 in Ludwigsburg bei Stuttgart

Wirtschaftswachstum ist gleich Wohlstand - das ist seit Jahrzehnten die vorherrschende Formel in westlichen Industriestaaten. Ob diese Rechnung aufgeht, ist zunehmend umstritten. Doch welche Alternativen gibt es? Woran lsst sich festmachen, wie gut es einer Gesellschaft geht, wie erfolgreich ihre Politiker und Firmenchefs handeln, ob sie Verantwortung fr eine nachhaltige Zukunft bernehmen? Darber diskutieren Professor Bernd Raffelhschen, Autor des Glcksatlas 2012, Philosoph Richard David Precht und Karma Tshiteem, der Vorsitzende der bhutanischen Kommission fr Bruttonationalglck auf dem nchsten Deutschen CSR-Forum.

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen "Gesundheit, Geselligkeit, Geld und Genetik - diese vier G sind entscheidend fr das Glck", stellt Bernd Raffelhschen, Professor fr Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenvertrge an der Albert-Ludwig-Universitt Freiburg, fest. Mit dem Glcksatlas 2011 und 2012 legte er die wohl umfassendste Untersuchung zur Zufriedenheit der Deutschen vor. Wie gut man sich fhlt, liegt an persnlichen Umstnden, wie dem eigenen Freundeskreis, dem Wohnort oder der eigenen Mentalitt. Ebenso wichtig sind gesellschaftliche Faktoren, wie das kulturelle Angebot, die Verkehrsinfrastruktur oder die Kriminalittsrate.

Prof. Dr. Richard David Precht Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass das subjektive Glcksempfinden nicht im selben Ma zunimmt wie der wirtschaftliche Wohlstand. Es reicht also nicht, das Wirtschaftswachstum von Jahr zu Jahr zu steigern, wie auch eine Studie des Allensbacher Instituts fr Demoskopie belegt. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland hat sich von 1970 bis zum Jahr 2002 mehr als verdoppelt, das Wohlbefinden der Bevlkerung blieb unverndert. "Am Mastab des Glcks gemessen, sind wir heute wirtschaftlich nur noch halb so erfolgreich wie damals: Der doppelte Aufwand fr das gleiche Resultat", resmiert Richard David Precht.

Doch nicht nur das ? die negativen Begleiterscheinungen des Wirtschaftswachstums sind durchaus kostspielig. Manahmen, um Umweltbelastungen zu reduzieren oder auch den Druck auf das Gesundheitssystem durch Zivilisationskrankheiten - wie Depressionen und Diabetes - schlagen in ffentlichen Kassen und bei Unternehmen erheblich zu Buche.

Drohen solche Kosten den Wirtschaftserfolg langfristig aufzuzehren? Die beiden Nobelpreistrger Joseph Stiglitz und Amartya Sen sind der Ansicht, dass sich jedes Wachstum der Gesellschaft danach bemessen lassen muss, ob es sich angesichts aller kologischen und sozialen Folgekosten fr die Bevlkerung lohnt oder nicht. Anders ausgedrckt: Wer Gter und Produktionsleistung misst, muss auch Mllaufkommen und Ressourcenverbrauch dagegen rechnen. Ob eine Gesellschaft diesen Preis bezahlen mchte, hngt davon ab, was sie unter Wohlstand versteht.

Wenn das Glckslevel in der Gesellschaft jedoch nicht an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist, dann stellt sich die Grundsatzfrage: Welchem Zweck dient das Wirtschaftswachstum? Mssen wir womglich unsere Perspektive neu ausrichten und verstrkt nach Glck und Zufriedenheit streben? Lsst sich daraus ein Wirtschaftsmodell entwickeln, das erfolgreich und nachhaltig ist? Wer trgt dafr die Verantwortung und wie knnen Politik und Wirtschaft diese Aufgabe meistern?

Das Deutsche CSR-Forum will im April in Ludwigsburg diesen Fragen nach einem Paradigmenwechsel das geeignete Podium bieten. Neben dem populren Philosophen Richard David Precht und dem Professor fr Finanzwirtschaft Bernd Raffelhschen diskutiert Karma Tshiteem aus dem Knigreich Bhutan ber neue Wege in eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft.

Die Vorgehensweise in dem Himalajastaat mutet geradezu utopisch an: Statt mehr Gter und Dienstleistung produzieren zu wollen, strebt man in Bhutan nach mehr Glck. Die Basis dafr ist das bhutanische "Bruttonationalglck". Der Index aus neun Kriterien bewertet, wie sich die Brgerinnen und Brger konomisch, gesellschaftlich und emotional fhlen. Da das Glck als Staatsziel in der Verfassung verankert ist, mssen auch alle neuen Gesetze damit in Einklang stehen. Wie Politiker das in der Realitt bewerkstelligen und ob dieser Ansatz eine sinnhafte Inspiration fr die westliche Welt darstellt, darber wird Karma Tshiteem, der Vorsitzende der bhutanischen Kommission fr das Bruttonationalglck, berichten.

Das Deutsche CSR-Forum, das am 9. und 10. April 2013 in Ludwigsburg bei Stuttgart stattfindet, bietet ein umfangreiches Vortragsprogramm und eine attraktive Plattform, um sich ber die vielfltigen Ideen und Konzepte zu Wohlstand, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung auszutauschen.

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Deutsches CSR-Forum

Das "Deutsche CSR-Forum - Internationales Forum fr Nachhaltigkeit und Zukunftsfhigkeit" will die gesellschaftliche Verantwortung von und mit Unternehmen (Corporate Social Responsibility - CSR) vorantreiben und wichtige Beitrge fr eine nachhaltige Entwicklung leisten. Es ist eine jhrliche Veranstaltung von der Wirtschaft fr die Wirtschaft und fr alle anderen gesellschaftlichen Gruppen. Das 9. Deutsche CSR-Forum findet am 9. und 10. April 2013 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg bei Stuttgart statt. In diesem Rahmen wird der Deutsche CSR-Preis fr herausragende Leistungen von Unternehmen und Institutionen verliehen.

Das Deutsche CSR-Forum wird getragen von der dokeo GmbH, dem Beirat des Deutschen CSR-Forums sowie dessen Mitveranstaltern AVE (Auenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels), B.A.U.M. (Bundesdeutscher Arbeitskreis fr Umweltbewusstes Management), BSCI (Business Social Compliance Initiative), HDE (Handelsverband Deutschland), LVI (Landesverband der Baden-Wrttembergischen Industrie) und der Nachhaltigkeitsinitiative des Landes Baden-Wrttemberg sowie der Initiative "Verantwortung Zukunft".

Bild 1: Prof. Dr. Bernd Raffelhschen
Bildquelle: Universitt Freiburg

Bild 2: Prof. Dr. Richard David Precht
Bildquelle: Jens Komossa

zuletzt bearbeitet: 13.02.2013 nach oben

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