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Entstehung von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen

Was hat die Leber damit zu tun?

Tübinger Wissenschaftler propagieren Rolle von Leberhormonen

Prof. Dr. med. Norbert Stefan Weltweit gibt es immer mehr Flle von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Dies ist nicht nur ein persnliches Problem der betroffenen Menschen, sondern hat auch groen Einfluss auf die steigenden Kosten im Gesundheitssystem vieler Lnder. Bislang ging man davon aus, dass zunehmendes bergewicht und die Fettmasse der Bevlkerung hauptschlich fr diese Epidemien verantwortlich sind. In den vergangenen fnf Jahren entdeckten Tbinger Wissenschaftler, dass die Fettleber ebenfalls einen wichtigen Anteil an der Entstehung dieser Erkrankungen hat. Es war aber weitgehend unbekannt auf welche Art und Weise dies geschieht.

Professor Dr. Norbert Stefan, Inhaber der Heisenberg-Professur fr klinisch-experimentelle Diabetologie, und sein Forscherteam am Universittsklinikum Tbingen haben in langjhriger Arbeit Hormone untersucht, die je nachdem, ob der Proband an einer Fettleber leidet oder gesund ist, unterschiedlich stark von der Leber in das Blut ausgeschttet werden. Dabei konnten sie deren direkte Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen nachweisen. In der aktuell im renommierten Journal Nature Reviews Endocrinology erschienenen bersichtsarbeit[*], stellten Stefan und Professor Dr. Hans-Ulrich Hring, Universittsklinikum Tbingen, ihr neues Konzept zur Rolle spezieller Leberhormone bei der Entstehung dieser Erkrankungen vor.

Dabei zeigen sie auf, wie die verfettete Leber in Analogie zur expandierten Fettgewebsmasse, ihr Sekretionsverhalten ndert und Eiweie - von den Wissenschaftlern als Hepatokine bezeichnet - in unterschiedlichem Mae in den Blutkreislauf abgibt. Diese Eiweie erreichen andere Organe und ben dort ihre Wirkung aus. Einen der wichtigsten Vertreter dieser Klasse, das Eiwei Fetuin-A, haben sie in Zusammenarbeit mit Kollegen am Deutschen Institut fr Ernhrungsforschung Potsdam-Rehbrcke (DIfE) beschrieben. Weitere wichtige Hepatokine sind unter anderen das Sex-Hormon-Bindendes Globulin (SHBG) und FGF-21.

Da Fettmasse und Fettgewebs-Hormonkonzentration im Blut nur bedingt das Risiko fr Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen vorhersagen, kommt diesem neuen Konzept eine besondere Bedeutung in der Diagnostik zu. "Die Bestimmung von Hepatokinen im Blut kann in Zukunft nicht nur dazu dienen, eine Fettleber frher zu diagnostizieren, sondern auch das Risiko fr Stoffwechselerkrankungen, vor allem bei normal- bis leicht bergewichtigen Menschen besser vorherzusagen", so Professor Stefan. Weitere Studien dazu unternehmen die Tbinger Forscher in Kooperation mit dem vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) gefrderten Deutschen Zentrum fr Diabetesforschung (DZD).

Quellen

Stefan N, Hring HU. The role of hepatokines in metabolism. Nat Rev Endocrinol. 2013 Mar;9(3):144-52. doi: 10.1038/nrendo.2012.258. Epub 2013 Jan 22.

Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Norbert Stefan
Bildquelle: Universittsklinikum Tbingen

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 26.02.2013 nach oben

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