Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130308

Bewegung und gesunde Ernährung gegen Diabetes und Krebs

Fettgewebshormone und ihre Rolle bei der Entstehung chronischer Krankheiten

Gewichtsabnahme - durch Ernhrungsumstellung allein oder in Kombination mit Sport - wirkt gnstig auf die Produktion von Fettgewebshormonen: Die Fettzellen bilden weniger Leptin, dagegen aber mehr Adiponektin, das Diabetes und Krebs entgegenwirkt. Das erklrt auf molekularer Ebene den gesundheitsfrdernden Effekt von Sport und einer Ernhrungsumstellung, wie Heidelberger Krebsforscher nun gemeinsam mit amerikanischen Kollegen zeigten.

Schwergewichtige Couch-Potatoes leben gefhrlich: Rund 80 Prozent der hufigen chronischen Erkrankungen gehen auf das Konto von krankhaftem bergewicht, Fettleibigkeit und einem berwiegend sitzenden Lebensstil, so schtzen Epidemiologen. Fettleibige haben ein erhhtes Risiko fr Herz-Kreislauferkrankungen, Geferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs. Dadurch ist ihre Lebenserwartung verkrzt. Dagegen hilft: abnehmen und aktiv werden. Frauen, die abnehmen, senken ihr Brustkrebsrisiko. Und regelmige krperliche Aktivitt senkt das Risiko fr Brust-, Darm- und Gebrmutterkrebs.

Der Zusammenhang zwischen Gewicht, Lebensstil und dem Risiko fr Krebs und andere chronische Erkrankungen ist noch nicht in allen Details verstanden. Jedoch gelten vernderte Hormonsignale als mitschuldig an den Prozessen. "Das Fettgewebe produziert verschiedene Hormone, die groen Einfluss auf den Stoffwechsel haben", sagt Prof. Dr. Cornelia Ulrich. "Wichtig sind das entzndungshemmende Adiponektin, das die Wirkung von Insulin verbessert, sowie Leptin, das das Wachstum von Tumorzellen frdern kann."

Beeinflussen Krpergewicht und Bewegung auch die Produktion dieser zentralen Fettgewebshormone? Cornelia Ulrich, Abteilungsleiterin im DKFZ und Direktorin im Nationalen Centrum fr Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, untersuchte dies in einer randomisierten kontrollierten Studie an 439 bergewichtigen Frauen, die bereits die Wechseljahre erreicht hatten (> 50 Jahre). Die Teilnehmerinnen wurden in drei verschiedene "Interventionsgruppen" (Ernhrung-, Sport-, sowie Sport+Ernhrung) sowie eine Kontrollgruppe eingeteilt. Diese Gruppen wurden ein Jahr lang intensiv beobachtet, was die Ergebnisse besonders aussagekrftig macht.

"Unsere Hypothese war, dass insbesondere eine Kombination von krperlicher Aktivitt und Gewichtsreduktion zu einem gnstigeren Mengenverhltnis der beiden Hormone fhren sollte", so Cornelia Ulrich. Die Leptin-Produktion sank in den drei Interventionsgruppen, am deutlichsten (bis zu 40 Prozent) tatschlich in der Sport+Ernhrungs-Gruppe. Die Adiponektin-Produktion dagegen stieg am strksten bei Frauen, die ausschlielich Dit hielten.

Unabhngig vom Typ der Intervention war der gnstige Effekt auf die Hormonproduktion abhngig vom Ausma des Gewichtsverlusts: Je mehr Kilos eine Teilnehmerin abgenommen hatte, desto strker stieg ihr Adiponektin- und desto deutlicher sank ihr Leptin-Spiegel. "Die grten Vernderungen beobachteten wir bei Frauen, die zehn Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren hatten", sagt Dr. Clare Abbenhardt, die Erstautorin der Untersuchung. "Diese Teilnehmerinnen erreichten teilweise einen 20-prozentigen Anstieg des Adiponektin-Spiegels und ihr Leptin reduzierte sich um mehr als die Hlfte."

Beim Leptin beeinflusst offenbar sogar schon die vernderte Krperzusammensetzung die Hormonkonzentration, denn bei der Sport-Intervention legten die Teilnehmerinnen Muskelmasse zu, auch ohne dabei abzunehmen.

"Wir verstehen nun besser, auf welche Weise Gewichtsabnahme und Training vor chronischen Erkrankungen schtzen. Der gesundheitsfrdernde Effekt von Adiponektin gilt inzwischen durch zahlreiche Untersuchungen als gesichert. Sinkende Leptin-Konzentrationen dagegen bieten Tumorzellen weniger Wachstumsreize. Daher knnen wir den Frauen nun fundierte Empfehlungen geben, wie sie diese beiden wichtigen Stoffwechselschalter gnstig beeinflussen knnen", sagt Cornelia Ulrich. "Gesundes Krpergewicht halten und mehr Bewegung!"

Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern von mehreren amerikanischen Universitten am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, USA, durchgefhrt.

Quelle: Clare Abbenhardt, Anne McTiernan, Catherine M. Alfano, Mark H. Wener, Kristin L. Campbell, Catherine Duggan, Karen E. Foster-Schubert, Angela Kong, Adetunji T Toriola, John D. Potter, Caitlin Mason, Liren Xiao, George L. Blackburn, Carolyn Bain und Cornelia M. Ulrich: Effects of individual and combined dietary weight loss and exercise interventions in postmenopausal women on adiponectin and leptin levels. Journal of Internal Medicine, 25. Februar 2013

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 08.03.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.