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Diabetes Mediendialog 2013 von Roche Diagnostics

Diabetestherapie als Prozesslandschaft - Potentiale für eine bessere Versorgung

Schloss Hohenkammer Behandlungsergebnisse in der Diabetesversorgung sind heute immer noch verbesserungsfhig, gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen immer schwieriger: Mehr Patienten mssen in krzerer Zeit von weniger Spezialisten und unter hherem Kostendruck behandelt werden. Wie kann heute unter diesen Voraussetzungen die Versorgung von Menschen mit Diabetes realistisch verbessert werden? Im Rahmen des diesjhrigen Diabetes Mediendialogs von Roche Diagnostics vom 8.-9. Mrz auf Schloss Hohenkammer bei Mnchen zeigten Experten mgliche Lsungsanstze und fhrten die Diskussion ber eine Optimierung der Diabetesversorgung weiter.

Eine bessere Vernetzung zwischen den an der Versorgung von Menschen mit Diabetes beteiligten Gruppen sowie eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen, seien sie personeller, finanzieller, zeitlicher oder technischer Art, waren zentrale Forderungen der Experten. Lsungsanstze, die auf der Veranstaltung prsentiert wurden, zielten zum einen auf die Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen, zum anderen lag das Augenmerk auf heute schon ganz konkret umsetzbaren Lsungen fr mehr Effizienz in der tglichen Praxis.

"Die Betrachtung der Diabetesversorgung als Prozesslandschaft kann helfen, Potenziale zu heben", betonte Professor Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen. Mit der "Versorgungslandschaft Diabetes" stellte Dr. Joachim Fessler aus Flrsheim seitens des Deutschen Hausrzteverbandes vor, wie Strukturen der hausrztlichen Versorgung in Zukunft aussehen knnten. Ziele sind eine strkere Vernetzung der Behandler, eine bessere Arzt-Patienten-Bindung, die Steigerung der Lebensqualitt fr Menschen mit Diabetes sowie eine Verbesserung des Arznei-, Heil- und Hilfsmittelmanagements. Ein wichtiger Punkt in der Umsetzung sind die sogenannten "patientenzentrierten Cluster", die individuelle Besonderheiten und Wnsche des Patienten in die Behandlung des Krankheitsgeschehens einbinden. Dadurch "wird es einfacher und transparenter eine Individualisierung der Therapieziele und das Vorgehen bei Nichterreichen derselben durchzufhren", so Fessler.

Strukturelle Verbesserungen in der Versorgung von Menschen mit Diabetes, die privat krankenversichert sind, zeigte Prof. Stephan Martin, Dsseldorf, anhand des "Gesundheitsservice 360°" der AXA Krankenversicherung. Mit diesem "Versorgungsnetzwerk" sollen der Informationsfluss zwischen den Schnittstellen optimiert, die teilnehmenden rzte administrativ entlastet sowie die Therapieergebnisse gesteigert und Kosten gespart werden. So werden z. B. Patienten durch einen persnlichen Gesundheitsberater bei der Gewichtsreduktion oder der Nikotinentwhnung untersttzt, rzte profitieren von der Vereinfachung bei Kostenbernahmeantrgen und optimierten Dokumentationsbedingungen.

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Patientenfragebogen als Optimierungstool

Wenn Patienten mit Insulintherapie schwierig einzustellen sind, stellt sich oft die Frage nach den Ursachen. Ein einfaches Tool, um hier mehr Klarheit zu schaffen und anschlieend im Behandlungsprozess erfolgversprechende nchste Schritte einzuleiten, stellte Dr. Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim vor. Ein Patiententest zur Kohlenhydratschtzung und Bolusberechnung erlaubt den gezielten Check, ob Patienten in einem dieser Gebiete Schwierigkeiten haben. Wie Kulzer anhand der Ergebnisse der aktuelle Smart-Studie zeigte, korrelieren sowohl HbA1c als auch Folgeerkrankungen mit diesen Fhigkeiten zur korrekten Schtzung bzw. Berechnung. Werden nach Ausfllen des Fragebogens Defizite aufgedeckt, knnen gezielt weitere Schritte eingeleitet werden. Dies kann eine Nachschulung zur besseren Einschtzung von Kohlenhydraten sein oder eine Untersttzung bei der arithmetischen Umsetzung durch automatisierte Bolusrechner.

Untersttzung bei der Genehmigung von Insulinpumpen

Die Therapieumstellung auf eine Insulinpumpentherapie ist ein Prozess, der fr alle Beteiligten hufig langwierig und nicht immer erfolgreich ist, wie Dr. Andreas Reichel, Dresden, ausfhrte. Er stellte ein Pilotprojekt vor, das den Genehmigungsprozess transparenter, schneller und sicherer in der Indikationsstellung machen soll. Dafr zentral sind die Verknpfung eines Blutzuckermessgerts mit Bolusberechnung, einer einfachen Datenauswertungs- und Prsentationssoftware sowie eines Tools zur strukturierten, den Anforderungen der Kostentrger entsprechenden Antragserstellung (Accu-Chek® Aviva Expert, Accu-Chek® Smart Pix Software und CD "Hilfe zur Gutachtenerstellung fr die CSII").

Durch die Benutzung des Blutzuckermessgerts mit Bolusrechner setzen die Patienten die Therapiealgorithmen der Insulinberechnung exakter um, auerdem werden wichtige Daten automatisch und lckenlos dokumentiert. Therapeuten knnen so schneller Probleme erkennen und der Kostentrger erhlt eine transparente und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zur Erstattung einer Insulinpumpe. Bei der Erstellung des ntigen Gutachtens helfen darber hinaus praktische Dinge wie Checklisten, auswhlbare Textbausteine, die nach den Vorgaben der Krankenkassen formuliert sind, und die automatische Integration der erfassten Diabetesdaten. Insgesamt resultieren hieraus Zeitgewinn und weniger strittige Situationen, so Reichel.

Optimierungsmglichkeiten in der Praxis

Knappe zeitliche Ressourcen, fehlende Befunde von Vor- und Mitbehandlern oder unstrukturierte, unleserliche oder fehlende Diabetes-Aufzeichnungen durch die Patienten erschweren hufig den Praxisalltag. Antje Weichard, Fachrztin fr Allgemeinmedizin und Diabetologin aus Haldensleben, stellte anhand ihrer Erfahrungen ein optimiertes Prozessmanagement vor. Die strukturierte Erhebung von Blutzuckerdaten und deren elektronische Auswertung, um rasche Therapie-Entscheidungen, zum Beispiel zur Initiierung einer Insulintherapie, treffen zu knnen, wurden zum "Markenzeichen und Qualittsmerkmal" ihrer Praxis, wie Weichard ausfhrte. Das Praxispersonal ist zudem eigenverantwortlich in die Befunderhebung eingebunden, die standardisiert nach den Richtlinien von DDG und DMP erfolgt.

Eine Fehleranalyse im Umgang mit Blutzuckermessgert, Insulinpens, Kanlen und Spritzstellen sorgt dafr, dass rasch Lsungsanstze gefunden werden knnen oder der objektive Schulungsbedarf eines Patienten deutlich wird. Diese interne Prozessqualitt fhrt, so Weichard, zu einer hheren Verantwortung - aber auch Arbeitszufriedenheit - aller Mitarbeitenden sowie zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit den berweisenden Kollegen.

Bildunterschrift: Schloss Hohenkammer
Bildquelle: Roche Diagnostics Deutschland GmbH

zuletzt bearbeitet: 12.03.2013 nach oben

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