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Gesund länger leben

Bundeskabinett beschließt das Gesetz zur Förderung der Prävention

Heute hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Frderung der Prvention beschlossen. Mit der Strkung der Prvention reagiert die Bundesregierung auf die tiefgreifenden Vernderungen, die der demografische Wandel fr Deutschland mit sich bringt und schafft die Grundlagen fr noch mehr Gesundheitsfrderung. Die Krankenkassen sollen mit rund 420 Millionen Euro die Versicherten dabei untersttzen, ein gesundes Leben fhren zu knnen. Dabei wird es zwei Schwerpunkte geben: Betriebliche Gesundheitsfrderung. Sowie bessere und qualittsgesicherte Angebote zur Gesundheitsfrderung in den individuellen Lebenswelten der Menschen, wie Kindergrten, Schulen oder Senioreneinrichtungen.

Dazu erklrt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Viele Krankheiten knnen vermieden werden, wenn frhzeitig auf bekannte Risikofaktoren wie bergewicht, Bewegungsmangel oder etwa auf psychische Belastungen Einfluss genommen wird. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, frhzeitig gegenzusteuern. Es lohnt sich hier mehr zu investieren, damit Kinder gesund aufwachsen. Damit aus den Kindern gesunde Erwachsene werden, die nicht an den Folgen einer Erkrankung leiden, die durch ein gesundheitsbewussteres Veralten htte vermieden werden knnen.

Wir mssen allen Kindern ein gesundes Aufwachsen ermglichen. Deswegen sorgen wir dafr, dass die Krankenkassen gezielt Angebote in den Lebenswelten der Menschen anbieten, so zum Beispiel Kindergrten, Schulen aber auch in Betrieben oder Senioreneinrichtungen. Die Angebote mssen, qualittsgesichert, zielorientiert und evaluiert sein. Dass heit, es muss klar sein, dass sie einem jungen Menschen im Kiez, einem Arbeitnehmer oder einer lteren Person helfen, gesundheitliche Risiken zu minimieren und so die Gesundheit zu erhalten."

Je frher im Lebensverlauf Prventionsmanahmen greifen, desto eher knnen gesundheitliche Risikofaktoren beeinflusst werden. Der Gesetzentwurf stellt deshalb sicher, dass die Krankenkassen schon ab dem Kindesalter mit zielgerichteten Prventionsangeboten auf eine gesundheits-bewusste Lebensweise der Versicherten hinwirken knnen. Dabei sollen sich die Krankenkassen an gesetzlich festgelegten Gesundheitsfrderungszielen wie "gesund aufwachsen" und "gesund lter werden" orientieren. Auf diese Weise kann ein wesentlicher Beitrag zur Verhinderung insbesondere vieler chronischer Erkrankungen geleistet werden. Die Krankenkassen sollen knftig nur noch qualittsgesicherte Prventionsmanahmen finanzieren.

Fr Prventionsleistungen sollen die Krankenkassen insgesamt doppelt so viel ausgeben wie bisher (aktueller Ausgaben-Richtwert: jhrlich 3,01 Euro je Versicherten; Ausgaben-Richtwert ab 2014: jhrlich 6 Euro je Versicherten). Innerhalb dieses Rahmens sollen die Krankenkassen ihre Ausgaben fr Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsfrderung sowie fr Leistungen in Lebenswelten der Versicherten (Kindertageseinrichtungen, Schulen, Seniorenheimen etc.) mindestens verdreifachen.

Ab dem Jahr 2014 sollen die Krankenkassen fr Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsfrderung jhrlich mindestens 2 Euro je Versicherten ausgeben (Ausgaben 2011: jhrlich 0,61 Euro je Versicherten). Fr Leistungen in den Lebenswelten der Versicherten sind jhrlich mindestens 1 Euro je Versicherten vorgesehen (Ausgaben 2011: jhrlich 0,33 Euro je Versicherten). Mit diesen Mitteln und mit Hilfe der Bundeszentrale fr gesundheitliche Aufklrung knnen die Krankenkassen verstrkt Angebote der Lnder und der Kommunen im direkten Lebensumfeld der Versicherten untersttzen. Dies ermglicht es, gerade auf die Menschen zuzugehen, die bislang nur schwer mit gesundheitsfrdernden Manahmen erreicht werden konnten.

Ferner sieht der Gesetzentwurf Verbesserung fr die Prvention bei Kindern und Jugendlichen vor. Alle Krankenkassen sollen in Zukunft die Kosten fr Kinderfrherkennungsuntersuchungen ber das sechste Lebensjahr hinaus bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr bernehmen. Die bisher im Grundschulalter bestehende Versorgungslcke bei U-Untersuchungen kann damit geschlossen werden.

Ein besonderes Anliegen des Gesetzentwurfs ist es, strker als bisher Prventionsaspekte bei den Frherkennungsuntersuchungen fr Kinder sowie bei den Gesundheitsuntersuchungen fr Erwachsene (sogenannter Check-up) zu bercksichtigen. Die rztinnen und rzte sollen deshalb die Versicherten auf der Grundlage der individuellen gesundheitlichen Risiken und Belastungen prventionsorientiert beraten. Am Ende dieser Beratung kann eine rztliche Empfehlung fr eine Prventionsmanahme stehen. Auch dies wird dazu beitragen, dass Prventionsangebote, insbesondere die von den Krankenkassen angebotenen Prventionskurse, gezielt diejenigen Menschen erreichen, die sie bentigen.

Weiterhin sieht der Gesetzentwurf Erleichterungen fr Versicherte mit besonderen beruflichen oder familiren Belastungssituationen vor. Beispielsweise haben Versicherte in Schichtarbeit oder pflegende Angehrige hufig Schwierigkeiten, die Prventions- und Vorsorgeangebote am Wohnort in ihren regulren Tagsablauf zu integrieren. Diese Versichertengruppe soll daher Prventionsangebote in kompakter Form fernab des Alltags, auch in anerkannten Kurorten, in Anspruch nehmen knnen. Um den Anreiz zur Inanspruchnahme zu strken, soll die Obergrenze des tglichen Krankenkassenzuschusses von bisher 13 Euro auf 16 Euro fr Versicherte sowie von 21 Euro auf 25 Euro fr chronisch kranke Kleinkinder erhht werden.

Der Gesetzentwurf betont die gesamtgesellschaftliche Verantwortung fr Prvention und Gesundheitsfrderung. Er setzt deshalb auf eine zielbezogene Zusammenarbeit der unterschiedlichen Prventionsakteure. Der Bundesgesundheitsminister wird die Lnder und Kommunen, die Sozialpartner und weitere magebliche Akteure zu einer ressortbergreifenden Stndigen Prventionskonferenz einladen. Damit wird dauerhaft eine Plattform etabliert, die die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer nationaler Gesundheitsfrderungs- und Prventionsziele frdert.

zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 nach oben

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