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BPI zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln im Bestandsmarkt

Methode des Bestandsmarktaufrufs durch den G-BA auf fragwürdiger Grundlage

Kann eine Methode, die auf einer nicht berprfbaren und somit fragwrdigen Grundlage basiert, rechtssichere und verlssliche Ergebnisse liefern? Dieser Frage muss sich nach Ansicht des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie der Gemeinsame Bundesausschuss stellen. Denn die am Donnerstag der vergangenen Woche vorgestellte Methodik des Aufrufs der Arzneimittel des Bestandsmarktes fr die frhe Nutzenbewertung fut auf den Berechnungen des Arzneiverordnungsreports (AVR). Knftig wird sich die Reihenfolge der Nutzenbewertung von Arzneimitteln im Bestandsmarkt zu 80 Prozent am zu erwartenden Umsatz und zu 20 Prozent an der zu erwartenden Verordnungsmenge der patentgeschtzten Medikamente orientieren. Die Berechnung von Umsatz und Verordnungsmenge basiert auf einem Rechenmodell des AVR, der einen wissenschaftlichen Anspruch geltend macht.

Der BPI hat in der Vergangenheit bereits mehrfach nachgewiesen, dass Aussagen des AVR in zentralen Punkten nicht haltbar waren. Auch in diesem Fall verallgemeinert der AVR und legt seine Berechnungsgrundlagen nicht offen. "Fr uns ist es nicht nachvollziehbar, dass der AVR als Grundlage dienen soll. In einer Untersuchung der Methodik dieses Reports haben die Professoren Cassel und Ulrich dem AVR grobe Verletzungen wissenschaftlichen Arbeitens nachgewiesen. Vor allem die mangelnde Transparenz der Annahmen, Methodik, und Daten und die fehlende Nachprfbarkeit der Daten und Berechnungen werden als Mngel benannt. Und genau diese Berechnungen und Daten werden nun Grundlage fr Entscheidungen, die massiv in die Belange der Unternehmen und den Wettbewerb eingreifen" erklrte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschftsfhrer des BPI.

Solche Fehleinschtzungen htte der G-BA verhindern knnen, wenn er die in Aussicht gestellte Beteiligung der Industrie am Diskussionsprozess fr die Methodik umgesetzt htte. Doch dies war unterblieben und die Methodik wurde von den Interessenvertretern im G-BA ohne Konsultation der Betroffenen umgesetzt. Schon die Tatsache, dass das Rechenmodell des AVR alle Arzneimittel unabhngig von ihrem Anwendungsgebiet "in einen Topf wirft", gibt zu denken. Dabei htte die Einbindung der Industrie nur eine unwesentliche zeitliche Verzgerung bedeutet.

"Wir verlangen transparente, nachvollziehbare und saubere Vorgehensweisen. Dies muss vor allem deshalb auch gelten, weil im gesamten Verfahren der Nutzenbewertung eine bermchtige Kassenposition gegeben ist. Im Unterausschuss Arzneimittel des G-BA sitzt der GKV Spitzenverband, im Plenum entscheidet der GKV Spitzenverband mit, sowohl ber die Vergleichstherapie, die Methodik und auch ber den Umfang des Zusatznutzens. Das IQWiG wird vom GKV Spitzenverband mitfinanziert, die Verhandlungen ber den Erstattungsbetrag fhrt der GKV Spitzenverband und nunmehr wird als Grundlage eine Berechnung des AVR genommen, den das wissenschaftliche Institut der AOK herausgibt. In anderen Wirtschaftszweigen wre eine solche Verquickung von Macht nicht vorstellbar" so Fahrenkamp.

Das Gutachten zum AVR finden Sie unter www.bpi.de/presse.

zuletzt bearbeitet: 25.04.2013 nach oben

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