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Können wir Diabetes in Zukunft heilen?

Dresdner Wissenschaftler erforschen einen sogenannten "Bio-Reaktor"

Gegenwrtig sind etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt. Rund 90 Prozent der Betroffenen leiden an Diabetes Typ 2, etwa 300.000 unter Diabetes Typ 1. Die Stoffwechselerkrankung ist nicht heilbar, der Therapieaufwand mit regelmigem Blutzuckermessen, Insulinspritzen und Mahlzeitenplanung insbesondere fr Patienten mit Typ-1-Diabetes sehr hoch. Bei einigen Menschen mit Diabetes Typ 1, deren Blutzuckerspiegel trotz medikamentser Behandlung nur sehr schwer einstellbar ist, knnen rzte durch eine Bauchspeicheldrsen- oder Inselzell-Transplantation zumindest schon eine Verbesserung der Lebensqualitt erzielen.

Wissenschaftler des zum Universittsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gehrenden Paul Langerhans Instituts (PLID) erforschen auerdem derzeit im Tiermodell einen "Bio-Reaktor", der eventuell in der Zukunft im Krper von Typ-1-Diabetikern die Insulinproduktion bernehmen knnte. Dies ist eines der Themen, ber die Experten beim Diabetes Kongress 2013, der 48. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, unter dem Motto "Forschung von heute fr die Praxis von morgen" vom 8. bis 11. Mai 2013 in Leipzig diskutieren. Auf der Vorab-Pressekonferenz am Donnerstag, den 2. Mai 2013 in Berlin, stellt Professor Dr. med. Stefan R. Bornstein aus Dresden das Thema nher vor.

Typ-1-Diabetes tritt vor allem im Kindes- und Jugendalter auf und ist eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem greift die krpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrse an und zerstrt die insulinproduzierenden Beta-Zellen. "Pankreas-Orga-Transplantationen sowie die Inselzell-Transplantation sind derzeit die einzigen Mglichkeiten, um die Beta-Zellen zu ersetzen", sagt Professor Dr. med. Stefan R. Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, Universittsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universitt Dresden.

"Beide therapeutischen Optionen bringen eine gute Kontrolle des Diabetes und knnen diabetischen Folgekrankheiten vorbeugen", erklrt der Diabetologe. Die Transplantation von Insulinproduzierenden Zellen aus einem Spenderorgan stelle fr Menschen mit Diabetes Typ 1, die trotz medikamentser Behandlung an starken Schwankungen ihres Zuckerhaushalts leiden, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualitt dar.

Die Empfnger mssen nach der Transplantation jedoch Medikamente einnehmen, die die Funktionen ihres Immunsystems vermindern. Sonst wrde dieses die fremden Zellen beziehungsweise das neue Organ abstoen. Diese Immunsuppressiva machen allerdings anfllig fr Infektionen oder andere mgliche Nebenwirkungen. Somit bleibt diese Therapie auf wenige Patienten beschrnkt, die spezielle medizinische Kriterien erfllen. Daher ist ein Ziel, mit den Mglichkeiten der regenerativen Medizin die Zerstrung oder eingeschrnkte Funktion der Betazellen zu therapieren sowie eine Immuntherapie des Typ-1-Diabetes zu entwickeln.

Damit noch mehr Betroffene von dieser Therapieform profitieren, seien ganz neue therapeutische Mglichkeiten notwendig, so Professor Bornstein. "Wir erforschen gerade einen von einem israelischen Unternehmen entwickelten "Bio-Reaktor", der die Form einer kleinen Dose hat, mit Insulinproduzierenden Zellen befllt ist und zuknftig im Krper von Typ-1-Diabetikern die Insulinproduktion bernehmen soll", erlutert der Dresdner. Entscheidender Vorteil dieser Kammer im Vergleich zur bisherigen Inseltransplantation soll sein, dass der Empfnger keine Immunsuppressiva mehr einnehmen muss, da die Kammer die Inselzellen vor der Immunantwort des Empfngers, nmlich der Abstoung der Zellen, schtzt. Derzeit wird der Bio-Reaktor im Tiermodell untersucht und ist noch nicht am Menschen einsetzbar.

zuletzt bearbeitet: 29.04.2013 nach oben

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