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Laien verkaufen im Internet verschreibungspflichtige Arzneimittel

Pressemitteilung: Freie Apothekerschaft e.V.

Politik schaut bei Verstößen gegen Arzneimittelgesetz tatenlos zu

Bittere Pillen von Laien Seit Beginn dieses Jahres beobachtet die Freie Apothekerschaft, ein bundesweiter Verein selbstndiger Apothekerinnen und Apotheker, die Auktionen von apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf diversen Auktions- und Anzeigenportalen im Internet, etwa bei ebay oder in ebay-Kleinanzeigen. Das Resultat ist erschreckend.

Bei rund 100 Anzeigen und Auktionen entdeckte der Verein massive Verste gegen das Arzneimittelgesetz. In etwa zehn Prozent der Auktionen und Anzeigen wurden verschreibungspflichtige Arzneimittel angeboten und verkauft, teilweise als gebrauchte Ware. Dieses Vorgehen birgt fr die Kufer unkalkulierbare Risiken und Nebenwirkungen.

Die Abgabe derartiger Produkte (apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Arzneimittel) ist ausschlielich Apotheken vorbehalten und im Arzneimittelgesetz geregelt. Auf Verste steht eine Strafe mit bis zu drei Jahren Haft. In vier besonders gravierenden Fllen von Versten gegen das Arzneimittelgesetz hat die Freie Apothekerschaft bei den zustndigen Staatsanwaltschaften Anzeige erstattet. Ein abschlieendes Ergebnis steht noch aus.

Die dokumentierten Straftaten wurden ? und werden weiterhin -unter anderem den Bundestagsausschssen fr Gesundheit, Verbraucherschutz und Recht zugeleitet. In einem entsprechenden Verteiler werden auerdem persnlich die Mitglieder des Bundestages Sybille Laurischk (FDP), Birgitt Bender (Grne/Bndnis 90), Dr. Carola Reimann (SPD), Dr. Martina Bunge (Die Linke), Daniel Bahr (FDP), Jens Spahn (CDU), Wolfgang Zller (CSU), Siegfried Kauder (CDU), sowie die Europa-Abgeordneten Dr. Anja Weisgerber (CSU) und Dr. Peter Liese (CDU) informiert. Weiterhin sind im Verteiler die Pressestelle der ABDA sowie verschiedene Redaktionen erfasst.

Obwohl die verantwortlichen Politiker bereits seit geraumer Zeit von diesen untragbaren Vorkommnissen Kenntnis haben, gab es bisher keinerlei Kontaktaufnahme zur Freien Apothekerschaft oder irgendeine andere Form der Reaktion.

Lediglich MdB Jens Spahn (CDU) teilte in einer Mail lapidar mit, dass die gravierenden Verste gegen das Arzneimittelgesetz eine Angelegenheit der Lnder seien. Auch auf Seiten der Medien gab es bisher keine Reaktion.

Ebay hat noch nicht einmal eine Sparte "Verbotene Auktionen mit Arzneimittel", ber die man die betreffenden Auktionen melden knnte. Ebenso wenig sperrt ebay die Anbieter, eine Unterrichtung der zustndigen Behrden erfolgt auch nicht.

Im Gegenteil: Nach Lschung einer verbotenen Auktion kann der Anbieter noch am gleichen Tag unter seinem Namen dasselbe Arzneimittel wieder anbieten. So wurden beispielsweise Antibabypillen vllig unkontrolliert angeboten. Auch Minderjhrige knnen durch die fehlenden Kontrollen als Kufer auftreten und so in den Besitz von verschreibungspflichtigen Hormonprparaten kommen. Gesundheitliche Schden sind vorprogrammiert.

Es ist mehr als erstaunlich, dass Apotheken in ihrer tglichen Arbeit mit allen nur mglichen Gesetzen (speziell mit der neuen Apothekenbetriebsordnung) kontrolliert und behindert werden. Das geht bis hin zu Auflagen bei Umbauten, die finanziell die Existenz kosten knnen. Bei der Apothekerschaft herrscht blankes Entsetzen ber die Ignoranz der politisch Verantwortlichen. Bei einer derartigen Hufung von Gesetzesbertretungen wrde jedem Apotheker sofort die Approbation entzogen, die Apotheke wrde durch die zustndigen Behrden geschlossen. Onlineportale, die ganz offensichtlich die Voraussetzungen zu Straftaten schaffen, scheinen jedoch eine politisch genehmigte Narrenfreiheit zu genieen.

Gespannt ist die Freie Apothekerschaft, ob die Bundestagsabgeordneten und die zustndigen Ministerien diese offensichtliche Gefahr fr die Verbraucher, fr Patienten und Brger weiterhin aussitzen werden.

Bildunterschrift: Bittere Pillen von Laien
Bildquelle: Freie Apothekerschaft e.V.

zuletzt bearbeitet: 16.05.2013 nach oben

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