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Kein Sonderweg für Deutschland in der Diabetesversorgung

Deutsche Diabetes Gesellschaft kritisiert IQWiG-Bericht zu Lixisenatid

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) kritisiert den Bericht des Instituts fr Qualitt und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wonach fr das Diabetesmedikament Lixisenatid keine ausreichenden Daten ber einen therapeutischen Zusatznutzen bei Diabetes Typ 2 vorliegen. Eine entsprechende Stellungnahme hat die Fachgesellschaft heute beim IQWiG eingereicht.

Zahlreiche klinische Studien belegen, dass die Injektion von Lixisenatid gegenber einer Sulfonylharnstoff-Behandlung mit weniger Unterzuckerungen und einer geringeren Gewichtszunahme verbunden ist. "Das ist fr viele Diabetespatienten ein wichtiger Zusatznutzen", erklrt DDG Prsident Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. "Aus diesem Grunde bernehmen auch viele europische Lnder die Therapiekosten fr stark bergewichtige Patienten." Deutschland wolle offenbar in der Versorgung der Diabetespatienten einen Sonderweg einschlagen, kritisiert der Diabetologe aus Heidelberg.

Wie im Falle anderer Diabetesmedikamente zuvor, hatte das IQWiG vor allem das Fehlen direkter Vergleichsstudien von Lixisenatid gegenber den hierzulande von den Krankenkassen geforderten Sulfonylharnstoffen in Hchstdosierung bemngelt. Solche Studien wrden die Patienten jedoch dem Risiko gefhrlicher Unterzuckerungen aussetzen, so die DDG. "Das wre ein ethisch fragwrdiges Vorgehen", betont Erhard Siegel. Das IQWiG habe sich mit der vorliegenden Evidenz- und Studienlage zu Lixisenatid wissenschaftlich nicht auseinandergesetzt, sondern erneut rein formale Grnde angefhrt.

Das Medikament Lixisenatid gehrt zur Substanzklasse der Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten. Die GLP-1-Rezeptoragonisten haben in zahlreichen klinischen Studien bewiesen, dass sie Vorteile gegenber einer Therapie mit Sulfonylharnstoffen besitzen - es kommt zu weniger lebensbedrohlichen Unterzuckerungszustnden und einer begrenswerten Abnahme des Krpergewichts. "Bei vielen Menschen mit Diabetes Typ 2 konnte dadurch der Beginn einer Insulintherapie sogar auf einen spteren Zeitpunkt verschoben werden", erklrt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG.

Aufgrund dieser positiven Wirkungen empfehlen die amerikanische und europische Diabetesgesellschaft EASD und ADA in einem gemeinsamen Positionspapier, GLP-1-Rezeptoragonisten anstelle anderer Medikamente einzusetzen, wenn das Medikament Metformin den Blutzuckerspiegel nicht in gewnschtem Mae normalisiert und die Vermeidung von Unterzuckerungen sowie eine moderate Gewichtsreduktion zustzliche Therapieziele sind.

Weil GLP-1-Rezeptoragonisten hufig auch das Krpergewicht senken, sind sie besonders fr bergewichtige Diabetespatienten mit einem Body-Mass-Index ber 30 geeignet. "Deshalb erstatten Kostentrger in verschiedenen Lndern eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten fr diese Patientengruppe", so Andreas Fritsche. "Es wre vollkommen unverstndlich, wenn ausgerechnet Deutschland anders verfahren und seinen Patienten diese Therapie vorenthalten wrde."

Die vollstndige Stellungnahme der DDG [PDF].

zuletzt bearbeitet: 08.07.2013 nach oben

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