Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130710b

Körperliche Fitness beeinflusst unabhängig das Körpergewicht

Wichtiger als Bewegung ist Fitness für Gewicht, Fettverteilung und damit Diabetesprävention

Steptest, zur Überprüfung der körperlichen Fitness Wie eine groe europische Studie mit 2.056 gesunden Erwachsenen um die 50 zeigt, beeinflussen die krperliche, d. h. die kardiorespiratorische Fitness und die krperliche Aktivitt unabhngig voneinander und in unterschiedlichem Mae das Krpergewicht. Besonders zwischen der Fitness und dem Taillen-Hftumfang-Quotienten bzw. dem Body-Mass-Index (BMI) besteht sowohl bei Mnnern als auch bei Frauen ein starker Zusammenhang. Das Wissenschaftlerteam unter Fhrung des Deutschen Instituts fr Ernhrungsforschung (DIfE) und des Institute of Metabolic Science des Addenbrookes Hospital, Cambridge, UK publizierte seine Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Obesity (Wientzek, A. et al.; 2013).

Seit langem weisen Studien darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen dem Grad der krperlichen Aktivitt und dem Auftreten von bergewicht besteht. Bei den meisten Untersuchungen basieren die Daten zur krperlichen Aktivitt jedoch nicht auf aktuellen Messwerten, sondern auf den Selbstausknften der Probanden. Diese sind hufig fehlerhaft und knnen so dazu beitragen, die Studienergebnisse zu verflschen. Zudem spielt auch die kardiorespiratorische Fitness eine Rolle fr das Krpergewicht. Generell gibt sie an, wie gut die Atmung und der Blutkreislauf in der Lage sind, den Krper mit Sauerstoff zu versorgen. Die Fitness ist ber Jahre relativ stabil und wird von dem Grad der in der Vergangenheit geleisteten krperlichen Aktivitt aber auch durch Erbfaktoren beeinflusst.

Um mehr ber die Zusammenhnge zwischen krperlicher Aktivitt, Fitness und dem Krpergewicht zu erfahren, fhrten die Wissenschaftler erstmals eine groangelegte europische Beobachtungsstudie durch, bei der sie die krperliche Aktivitt und Fitness der Studienteilnehmer durch klinische Messungen erfassten. Die Forscher rekrutierten jeweils etwa 200 deutsche, britische, dnische, griechische, niederlndische, italienische, spanische, franzsische, schwedische sowie norwegische Studienteilnehmer der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC).

Die Forscher ermittelten die Fitness der Probanden mit Hilfe eines einfachen, klinisch berwachten Konditionstests. Die krperliche Aktivitt erfassten die Forscher mittels eines die Herzfrequenz und die Bewegung messenden Sensors, den die Probanden mindestens fr vier Tage auf der Brust trugen. Beide Messungen wurden nach vier Monaten wiederholt, um die Daten zu przisieren. Je strker die Fitness der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war, desto geringer war ihr Taillen-Hftumfang-Quotient bzw. BMI. Zudem beobachteten die Forscher bei Frauen eine von der Fitness unabhngige und etwas schwchere Beziehung zwischen der aktuell gemessenen krperlichen Aktivitt und den untersuchten Markern fr das Krpergewicht. Bei Mnnern war dieser Zusammenhang nur fr den BMI signifikant.

"Bemerkenswert an unseren Ergebnissen ist, dass Bewegung und Fitness nicht nur unabhngig voneinander das Krpergewicht beeinflussen, sondern die krperliche Fitness die grte Rolle fr das Krpergewicht und die Krperfettverteilung spielt", sagt Angelika Wientzek, Erstautorin und Epidemiologin am DIfE. "Krperlich fit zu sein und diese Fitness auch zu erhalten, erscheint also besonders wichtig, um bergewicht vorzubeugen. Dies gilt besonders fr Mnner, bei denen gelegentliche krperliche Aktivitt die Krpermae nur wenig beeinflusst", ergnzt Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am DIfE.

Hintergrundinformationen

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernhrungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien fr Prvention, Therapie und Ernhrungsempfehlungen zu entwickeln. Forschungsschwerpunkte sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Nheres unter http://www.dife.de. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF gefrderten DZD. Nheres unter http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbstndige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften ber die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, konomisch und kologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.

Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und ffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem mastabsetzenden transparenten und unabhngigen Begutachtungsverfahren.

Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung frdern Bund und Lnder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro. Nheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Bildunterschrift: Steptest, zur berprfung der krperlichen Fitness
Bildquelle: Till Budde; Deutsches Institut fr Ernhrungsforschung Potsdam-Rehbrcke DIfE

zuletzt bearbeitet: 10.07.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.