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Hohes Risiko für metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes frühzeitig erkennen

Insulinabbau in der Leber lässt auf das Risiko für Stoffwechselerkrankungen schließen

Das metabolische Syndrom ist durch bergewicht, Bluthochdruck, einen gestrten Fettstoffwechsel und eine Insulinunempfindlichkeit der Krperzellen charakterisiert. Menschen, die an dem "tdlichen Quartett" leiden, erkranken hufiger an Diabetes, Herz-Kreislauf- sowie bestimmten Krebs-Erkrankungen. Wie Wissenschaftler um Natalia Rudovich und Andreas F. H. Pfeiffer vom Deutschen Institut fr Ernhrungsforschung nun zeigen, lsst die Geschwindigkeit, mit der die Leber Insulin abbaut, sehr frhzeitig auf das Risiko fr ein metabolisches Syndrom schlieen - und zwar unabhngig von anderen Faktoren. Die Forscher verffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Diabetes Care (Pivovarova, O., Wolfgang Bernigau et al.; Diabetes Care 36:1?7, 2013; doi: 10.2337/dc12-1203).

Um mehr ber die Stoffwechselprozesse zu erfahren, die dem metabolischen Syndrom und seiner wohl wichtigsten Folgeerkrankung, dem Typ-2-Diabetes, zu Grunde liegen, fhrten die Potsdamer Wissenschaftler eine groe Bevlkerungsstudie in der Region Berlin/Potsdam durch. Die Forscher untersuchten die Insulinempfindlichkeit der Krperzellen, den Insulinabbau in der Leber sowie die Insulinsekretion der Probanden. Darber hinaus erhoben sie Daten zum Alter, Geschlecht, Taillenumfang, Blutdruck, Blutzuckerspiegel und Fettstoffwechsel.

bereinstimmend mit frheren Untersuchungen belegen die Studienergebnisse, dass ein verminderter Insulinabbau in der Leber in engem Zusammenhang mit verschiedenen Komponenten des metabolischen Syndroms steht, wie beispielsweise der Insulinausschttung. Wie die Potsdamer Forscher zudem zeigen, weist ein verringerter Insulinabbau in der Leber unabhngig von bergewicht und Alter der Probanden sehr vorzeitig auf ein beginnendes metabolisches Syndrom sowie eine beginnende Strung des Zuckerstoffwechsels hin.

"Es ist daher zu berlegen, ob eine Messung des Insulinabbaus zuknftig genutzt werden knnte, um Hochrisiko-Personen sehr frh zu identifizieren, ehe es zum Ausbruch eines Typ-2-Diabetes kommt", sagt Natalia Rudovich, Leiterin der wissenschaftlichen Untersuchung. "Vorbeugende und therapeutische Manahmen knnten so rechtzeitig und sehr gezielt eingeleitet werden".

"Die von uns erhobenen Stoffwechseldaten geben darber hinaus einen Einblick in die Mechanismen, die an der Entstehung des Typ-2-Diabetes beteiligt sind", ergnzt Professor Pfeiffer. "Wie wir in unserer Studie beobachteten, baute die Leber umso weniger Insulin ab, je strker die Insulinausschttung war. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Insulinsekretion den Insulinabbau direkt reguliert und eine hohe Insulinausschttung den Insulinspiegel in der Leber durch eine Hemmung des Insulinabbaus noch weiter erhht. Ein solcher Mechanismus knnte zum Beispiel erklren, warum ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Getrnken, der mit einer starken Ausschttung von Insulin verbunden ist, die Ausbildung einer nichtalkoholischen Fettleber und damit Typ-2-Diabetes begnstigt. Denn Insulin stimuliert in der Leber u. a. die Fettsynthese."

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Hintergrundinformationen

Typ-2-Diabetes (frher auch als Alterszucker bezeichnet) ist nicht nur durch hohe Blutzuckerwerte charakterisiert, sondern auch durch eine Insulinunempfindlichkeit der Krperzellen, erhhte Insulinspiegel im Blut sowie einen verminderten Insulinabbau in der Leber. Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend ber Jahre, wobei Gefe und Augen bereits frhzeitig geschdigt werden knnen. Schwere Folgeschden sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blindheit oder Nierenversagen.

Die Studienteilnehmer wurden aus der MESYBEPO (Metabolisches Syndrom Berlin Potsdam)-Studie rekrutiert, an der 2.500 Berliner und Potsdamer Brger teilnahmen. Zu Beginn der Untersuchung litten 325 der 800 rekrutierten Studienteilnehmer an einem metabolischen Syndrom, waren aber noch nicht an Diabetes erkrankt. Nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von fnf Jahren untersuchten die Forscher 189 der Studienteilnehmer erneut. Von diesen waren 47 whrend der Nachbeobachtungszeit erstmalig am metabolischen Syndrom erkrankt, bei 33 der Studienteilnehmer trat zum ersten Mal eine Strung des Zuckerstoffwechsels auf.

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zuletzt bearbeitet: 17.09.2013 nach oben

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