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Tückisch, häufig und wenig bekannt - Die diastolische Herzschwäche

Pressemitteilung: Deutsche Herzstiftung e.V.

Wichtig: Optimale Einstellung von Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern

Körperliches Training bessert Situation der Patienten

Ratgeber zur Herzschwäche Bei Herzschwche (Herzinsuffizienz) ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Krper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nhrstoffen zu versorgen. Nicht nur das Herz, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Allein in Deutschland leiden nach Expertenschtzungen 2 bis 3 Mio. Menschen an einer Herzschwche. Jhrlich sterben daran ber 48.300 Menschen. Sehr hufig und zugleich tckisch ist die sogenannte diastolische Herzschwche, weil sie oft mit Bluthochdruck, aber auch mit Diabetes, Vorhofflimmern und bergewicht einhergeht.

Hier ist die optimale Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Herzrhythmus sowie Normalgewicht enorm wichtig. Medikamente sind nur begrenzt bei der Therapie der diastolischen Herzschwche effektiv. Dafr verbessert Ausdauertraining die Herzsituation von Patienten. Darauf macht die Deutsche Herzstiftung anlsslich der Herzwochen 2013 unter dem Motto "Das schwache Herz" aufmerksam.

Wie macht sich die diastolische Herzschwche bemerkbar?

Das Herz funktioniert wie eine Pumpe, deren Arbeitsphasen in eine Fllungsphase (Diastole) und eine Auswurfphase (Systole) unterschieden werden. "Erst seit wenigen Jahren wei man, dass Strungen der Herzfunktion nicht nur auf der Auswurfleistung, der Systole, beruhen, sondern etwa die Hlfte aller Flle von Herzschwche auf Strungen der Fllungsphase, der Diastole", erlutert der Herzspezialist Prof. Dr. med. Gerd Hasenfu, Direktor der Abt. Kardiologie und Pneumologie, Georg-August-Universitt Gttingen, und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. Die diastolische Herzschwche ist hufig: Die Hlfte aller Flle von Herzschwche beruhen auf der diastolischen Form der Erkrankung. In Deutschland leiden bis zu 5 % aller ber 70-Jhrigen daran.

Die diastolische Herzschwche uert sich mit den typischen Beschwerden einer Herzschwche: Luftnot bei Belastung, manchmal auch in Ruhe, verminderte Leistungsfhigkeit, Wasseransammlungen in den Beinen oder an den Kncheln (deme) und pltzliche nchtliche Luftnotanflle. In vielen Fllen mssen die Patienten wegen einer pltzlich einsetzenden Luftnot mit Wasseransammlungen in den Lungen (Lungendem) ins Krankenhaus. "Tckisch an der diastolischen Herzschwche ist, dass sie hufig nicht rechtzeitig erkannt wird", warnt Prof. Hasenfu.

Wichtig: Optimale Einstellung von Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern

Fast alle Patienten mit diastolischer Herzschwche leiden an Bluthochdruck, viele zustzlich an Diabetes oder Vorhofflimmern. Die Behandlung der diastolischen Herzschwche ist bisher wesentlich weniger erforscht als die Therapie anderer Herzerkrankungen. Mit Medikamenten knnen "allenfalls kleine Effekte erzielt werden", rumt der Kardiologe ein. Umso wichtiger ist, dass Bluthochdruck, Diabetes oder Vorhofflimmern optimal eingestellt werden, d. h. bei Bluthochdruck im Regelfall auf Blutdruckwerte von unter 140 mmHg systolisch und unter 90 mmHg diastolisch. Bei Patienten ber 80 Jahre gengt 150-140/90 mmHg.

Bei Diabetes ist der wichtigste Kontrollwert der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c, dieser sollte unter 6,5 % liegen. Beim Auftreten von Vorhofflimmern sollte versucht werden, den regulren Sinusrhythmus wiederherzustellen. Wenn das nicht gelingt, sollte die Herzfrequenz z. B. mit Digitalis, Betablocker oder Verapamil gesenkt werden. Zustzlich ist auf einen gesunden Lebensstil und Vermeidung von bergewicht zu achten.

Ausdauertraining bessert die Herzschwche

Die Leistungsfhigkeit von Patienten mit diastolischer Herzschwche nimmt unter einem krperlichen Ausdauertraining deutlich zu, ebenso ihr subjektives Wohlbefinden. Das Training muss mindestens 2- bis 3-mal pro Woche mit einer Pulsbeschleunigung auf Werte zwischen 110 und 130/min erfolgen. "Um bei einer diastolischen Herzschwche eine Leistungssteigerung oder Abnahme der Beschwerden zu erzielen, muss das Training regelmig, mindestens 2- bis 3-mal pro Woche und fr eine Dauer von mindestens 30 Minuten erfolgen", betont Prof. Hasenfu. Das Training kann in Form von Radfahren, Schwimmen oder Walking durchgefhrt werden. Muskelkrftigende bungen (z. B. mit Theraband) knnen das Ausdauertraining gut untersttzen. Das Training sollte jedoch erst nach Rcksprache mit dem behandelnden Hausarzt/Kardiologen erfolgen.

Quellen

  • Kompetenznetz Herzinsuffizienz
  • Der Anteil der 70- bis 79-Jhrigen an der Gesamtbevlkerung liegt bei 10 % oder 8,1 Mio. (Angaben der Bundeszentrale fr politische Bildung, 2012, nach Daten des Statistischen Bundesamts)

Bildunterschrift: Neuer Ratgeber "Das schwache Herz - Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute"
Bildquelle: Deutsche Herzstiftung e.V.
Foto: Jan Neuffer

zuletzt bearbeitet: 24.10.2013 nach oben

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