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Forderung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Kaloriensteuer in den Koalitionsvertrag aufnehmen

Gesunde Lebensmittel zugleich steuerlich entlasten

Stark kalorienhaltige Lebensmittel Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrt berlegungen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD, knftig eine Steuer auf besonders kalorienreiche Lebensmittel zu erheben. "Dies wre ein bedeutender Schritt, um Primrprvention bevlkerungsweit und nachhaltig in Deutschland einzufhren", heit es in einem Brief der DDG an die Verhandlungsfhrer beider Parteien im Ausschuss Gesundheit, Jens Spahn und Karl Lauterbach. Die Fachgesellschaft schlgt gleichzeitig vor, gesunde Lebensmittel steuerlich zu entlasten. Die Kaloriensteuer soll helfen, Ernhrungsgewohnheiten zu verndern und bergewicht zu bekmpfen. bergewicht ist eine der Ursachen fr Diabetes mellitus Typ 2.

Mit der Kaloriensteuer "htten wir endlich eine effektive Strategie gegen das weitere Ansteigen der Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen", betont DDG Prsident, Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. Der bloe Appell an individuelle Verhaltensnderungen sei nachweislich gescheitert. Deutliche Preissignale hingegen seien wirksam, wie die Anti-Raucher-Kampagne zeigt. "Der Anteil der Jugendlichen zwischen zwlf und siebzehn Jahren, der zur Zigarette greift, hat sich in den letzten zehn Jahren halbiert", stellt DDG Geschftsfhrer Dr. Dietrich Garlichs fest. Auch die Alkopops, die sehr rasch mit einer Steuer belegt wurden, seien vom Markt fast verschwunden. Die Kaloriensteuer sollte nach Ansicht der DDG daher unbedingt in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden. Sie wre ein Durchbruch fr eine strkere Verhltnisprvention in Deutschland, wie sie auf internationaler Ebene seit Jahren gefordert wird.

Wichtig fr die politische Durchsetzung sei es, den Vorwurf zu entkrften, mit den zustzlichen Mitteln in erster Linie die Staatskassen fllen zu wollen. "Dies gelingt der Politik sicherlich am besten, wenn gesunde Lebensmittel in gleichem Ausma steuerlich entlastet werden", meinen DDG Prsident und DDG Geschftsfhrer. Dieser Schritt wrde das Gesundheitssystem mittelfristig zustzlich entlasten. Das wiederum sei gerade auch im Interesse derjenigen, die auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen sind.

Konkret hatten die Gesundheitsexperten Edgar Franke (SPD) und Erwin Rddel (CDU) gefordert, den halben Mehrwertsteuersatz auf alle Lebensmittel aufzuschlagen, die mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm haben. Fr Grundnahrungsmittel liegt der Mehrwertsteuersatz bei sieben, fr Getrnke und zubereitete Speisen bei 19 Prozent. Von einem solchen Steueraufschlag wren beispielsweise Nuss-Nougat Creme, Kartoffelchips, Schokoriegel und viele Arten von Fastfood betroffen. Sinnvoll wre nach Ansicht der DDG eine Kombination der Kaloriensteuer mit einer Zucker- und Fettsteuer, die beispielweise auch stark zuckerhaltige Softdrinks erfassen wrde.

"Zucker-Fettsteuern" gibt es bereits in Frankreich, Finnland, Ungarn und Mexiko. Weitere Lnder diskutieren deren Einfhrung. Dem Ernhrungsbericht der Bundesregierung zufolge leiden in Deutschland 67 Prozent der Mnner und 53 Prozent der Frauen an bergewicht. Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor fr viele Erkrankungen, darunter auch Diabetes mellitus Typ. In Deutschland leiden ber sechs Millionen Menschen an Diabetes - jedes Jahr kommen etwa 250.000 hinzu.

Bildunterschrift: Stark kalorienhaltiges Fast Food gibt es berall. Eine Steuer auf Lebensmittel, die zu viel Zucker und Fett enthalten, wrde helfen, Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 zu verhindern.
Bildquelle: Thieme Verlagsgruppe

zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 nach oben

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