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Forschung für Intensivpatienten und Diabetiker

Iserlohner und Bochumer Forscher arbeiten an "Künstlicher Bauchspeicheldrüse"

Diabetes mellitus ist die weltweit hufigste Stoffwechselerkrankung. Da bei Patienten auf Intensivstationen hufig Diabetes-hnliche Symptome auftreten, ist es wichtig, auch bei diesen Patienten Blutzuckerschwankungen in den Griff zu bekommen. Mit 1,27 Millionen Euro frdert das Bundesministerium fr Forschung und Technologie nun ein Verbundforschungsprojekt zwischen der Fachhochschule Sdwestfalen und der Ruhr-Universitt Bochum. Ziel ist die Entwicklung einer miniaturisierten Blutglucose-Messtechnik fr die intensivierte Insulintherapie bei Intensivstationspatienten und Diabetikern auf der Basis von Quanten-Kaskaden-Lasern.

Diabetes mellitus verursacht stark unterschiedliche, fr die Gesundheit des Patienten uerst problematische, Blutzuckerschwankungen. "Stoffwechselentgleisungen mit zu hohen und zu niedrigen Glucosekonzentrationen - verbunden mit einer erhhten Sterblichkeit - beobachten rzte hufig bei Intensivpatienten", berichtet Prof. Dr. Dieter Ihrig, Leiter des Interdisziplinren Zentrums fr Lebenswissenschaften der Fachhochschule Sdwestfalen in Iserlohn, "daher ist es gerade auf Intensivstationen besonders wichtig, die Blutzuckerwerte kontinuierlich zu messen, um mit einer gezielten Insulintherapie die extremen, vom Normbereich abweichenden, Glucosekonzentrationen zu verhindern". Mit den bislang vorhandenen Biosensoren ist dies nicht mglich, da diese noch nicht zuverlssig genug sind.

Zuknftig, so Ihrig, wird die Realisierung einer "Knstlichen Bauchspeicheldrse" angestrebt, die auch fr insulinpflichtige Diabetiker Anwendung finden kann. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl fr Laseranwendungstechnik der Ruhr-Universitt Bochum, dessen Leiter Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf auch der Koordinator des Projektes ist, mchte Ihrig daher ein Gert zur zuverlssigen kontinuierlichen Blutglucosemessung entwickeln. Am Projekt beteiligt ist auch Prof. Dr. Herbert Michael Heise, der am Leibniz-Institut fr analytische Wissenschaften - ISAS e.V. in Dortmund wesentliche Forschungsarbeiten zum Thema geleistet hat.

In Vorarbeiten konnten die Forschungspartner bereits zeigen, dass im Infrarotspektrum des Bluts "Fingerabdrcke" der Glucosemolekle fr quantitative Messungen genutzt werden knnen. Allerdings eignen sich die gngigen Spektrometer aufgrund ihrer Gre nicht fr eine Messung an bettlgerigen Patienten. Abhilfe sollen nun Quanten-Kaskaden-Laser bringen. Die neuartigen Halbleiter-Laser sind vielversprechende Strahlungsquellen fr die anspruchsvolle patientennahe Spektroskopie. Mittels spezieller Mikro-Dialysekatheder und eines tragbaren miniaturisierten Laser-Systems soll in Zukunft mit einem kleinen Gert die Blutzuckermessung direkt am Bett des Patienten gelingen.

Fr die Forschungsarbeiten, die bis April 2016 laufen, stellt das Bundesministerium fr Forschung und Entwicklung im Rahmen des Programms "Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP" insgesamt 1,27 Millionen Euro zur Verfgung. Die anschlieende Ergebnisverwertung soll ber eine Unternehmensgrndung erfolgen; es sind aber auch Lizensierungen in den Bereichen Mikrofluid, Laser-Spektrometer und Fasersondentechnik mglich.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 25.11.2013 nach oben

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