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Abstract zum Vortrag von Manfred Krüger, Landesbeauftragter für Pharmazeutische Betreuung und AMTS; Apothekerkammer und Apothekerverband Nordrhein; EADV-Kommission DDG/BAK; Vorstand AG Prävention DDG, im Rahmen der Pressekonferenz zur 10. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 11. November 2016 in Nürnberg.

Diabetologen und Apotheker besser vernetzen, um Menschen mit Diabetes gut zu versorgen

Manfred Krüger Wenn die Diagnose Diabetes gestellt ist, brauchen die betroffenen Menschen unkomplizierte, umfassende und fachkundige Untersttzung und Betreuung. Diese ist nicht nur zu Beginn der Erkrankung, sondern lebenslang notwendig. Das Ziel der Kommission EADV (Einbindung der Apotheker in die Diabetikerversorgung) der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Bundesapothekerkammer (BAK) ist eine bessere Kommunikation und Koordination im Kompetenznetzwerk Patient-Arzt-Apotheker. Die Kooperation sichert und regelt mit ihren Ausbildungsplnen, Konsensvereinbarungen nicht nur die jeweiligen Zustndigkeiten, sondern auch die Qualitt.

Wie kann sich dies im Alltag, der in den Praxen und Apotheken immer mehr durch Terminnot und Personalmangel geprgt ist, positiv fr die Menschen mit Diabetes auswirken?

Wichtige Stichwrter sind: abgestimmte Beratung und Dienstleistungen nah am Patienten und vor allem Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

Die Therapie des Diabetes setzt auf die Eigenverantwortung und in vielen Punkten auf das Selbstmanagement der Patienten. Dazu braucht es Kenntnisse und Fertigkeiten und die ntigen Anlaufstellen bei Problemen. Und zwar nicht nur medizinische, sondern auch pharmazeutische, vor allem um Medikationsfehler zu vermeiden.

Neben der Arztpraxis ist hier die Apotheke mit ihrer niedrigen Eintrittsschwelle (keine Termine, lange ffnungszeiten, kompetentes Personal) zu einem wichtigen Ansprechpartner geworden. Ob das Blutzuckermessgert ungenau anzeigt, der Pen am Wochenende seinen Geist aufgibt, Unsicherheiten mit Schulungsinhalten oder Therapievorgaben existieren, die Apotheke untersttzt und versorgt. Arzt und Apotheker haben gemeinsam das Ziel, Vertrauen aufzubauen, gleiche Inhalte verstndlich zu kommunizieren und sich sinnvoll in ihren Angeboten zu ergnzen. Die Kompetenz der jeweiligen Fachgruppe sollte optimal genutzt werden.

Mehr als 40 Prozent der in unseren Haushalten vorhandenen Arzneimittel wurden ohne rztliche Verordnung in der Apotheke erworben. Gerade im Bereich Diabetes knnen unterschiedliche Symptome wie schlecht heilende Wunden, Pilzinfektionen, Hauterkrankungen, Sensibilittsstrungen auf einen direkten Zusammenhang mit einer nicht optimal laufenden Diabetestherapie hinweisen. Dies zu erkennen und nach Notwendigkeit an den Arzt zur weiteren Diagnose und Behandlung zu verweisen, ist Teil der pharmazeutischen Aufgabe und Verantwortung. Wenn dies unterbleibt oder zu spt erfolgt, kann dies gravierende Folgen fr den Patienten haben, wie dies zum Beispiel Diabetes-Fuambulanzen bitter besttigen knnen. Viele Menschen mit Diabetes knnen heute mit einer guten Lebensqualitt alt werden, allerdings bentigen sie hierfr auch eine nicht unerhebliche Zahl an Medikamenten und Hilfsmitteln.

Polypharmazie ist eine Herausforderung fr die Arzneimitteltherapiesicherheit, Versagen in diesem Bereich einer der Hauptgrnde bei lteren Menschen fr Krankenhauseinweisungen. Der Gesetzgeber (§ 31a SGB V) hat deshalb den Anspruch fr alle Patienten, die drei und mehr verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwenden, auf einen Medikationsplan vorgeschrieben. Bis jetzt ist dies zwar eher eine Medikationsliste, die durch den Hausarzt oder Facharzt erstellt und durch den Apotheker auf Wunsch des Patienten aktualisiert wird; allerdings ein wichtiger Start fr eine sinnvolle, elektronische Lsung auf der Gesundheitskarte ab 2018/19. Der Medikationsplan soll alle aktuell vom Patienten angewendeten Arzneimittel, also auch die Selbstmedikation, fr den Patienten bersichtlich auffhren. Dies erleichtert auch die tgliche Einnahme.

Aber: Ein Medikationsplan ohne abgestimmte Medikationsanalyse, das heit ohne medizinische und pharmazeutische Prfung potenzieller Risiken, ist zu kurz gesprungen und verbessert nicht die Arzneimitteltherapie- und damit Patientensicherheit. Hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf des Gesetzgebers; und es fehlt eine klare Einbindung in die Regelversorgung.

Das Symposium "Optimaler Umgang mit Polypharmazie bei Menschen mit Diabetes im Alltag" (Samstag, den 12.11.2016 von 10.45 bis 12.15 Uhr) stellte die derzeit mit dem Medikationsplan und der -analyse verbundenen Probleme, aber auch deren Lsungsanstze in Theorie und Praxis auf dieser Herbsttagung vor.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Manfred Krger, Landesbeauftragter fr Pharmazeutische Betreuung und AMTS
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 01.01.2017 nach oben

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