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Frieren hilft!

UKE-Forscher identifizieren Stoffwechselweg zum Abbau überschüssigen Cholesterins

Sinken die Temperaturen, haben Menschen greren Appetit und nehmen folglich mehr und zumeist auch fettreichere Nahrung zu sich. So wird der Krper mit ausreichend Energie versorgt, die fr die Aufrechterhaltung der Krpertemperatur notwendig ist. Doch fettreiche Nahrung enthlt auch viel Cholesterin, welches vom Krper nicht zur Energiegewinnung genutzt werden und im berschuss Zellen schdigen kann. Wissenschaftler des Universittsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des dort ansssigen Sonderforschungsbereichs 841 "Leberentzndung" (SFB 841) konnten nun einen Mechanismus in der Leber identifizieren, ber den der Organismus berschssiges Cholesterin effizient in Gallensuren abbauen und somit unschdlich machen kann. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen.

"Schon lnger wissen wir, dass niedrige Temperaturen zu einer gesteigerten Wrmeproduktion im sogenannten braunen Fettgewebe fhren. Da dieser Prozess viel Energie bentigt, kann Klte als Therapieoption zur Behandlung bergewichtsbedingter Erkrankungen wie Diabetes oder der entzndlichen Fettleber eingesetzt werden", erklrt Prof. Jrg Heeren, stellvertretender Direktor des Instituts fr Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE und federfhrender Leiter der Studie. Die Wissenschaftler konnten nun erstmals nachweisen, wie die Aktivierung des braunen Fettgewebes die Leber stimuliert, vermehrt Cholesterin zu Gallensuren abzubauen. "Dies geschieht interessanterweise durch einen bislang wenig charakterisierten Stoffwechselweg, der - im Gegensatz zum bekannten Cholesterin-Abbauweg  nicht rckkoppelnd ber Gallensuren abgeschaltet wird. So kann der Krper auch unter Klteeinfluss und der damit verbundenden erhhten Nahrungszufuhr bestndig berschssiges Cholesterin in Form von Gallensuren ausscheiden", so Heeren.

Die Aktivierung des braunen Fettgewebes fhrt insgesamt zu einer gesnderen Stoffwechsellage. Die vermehrt hergestellten Gallensuren steigern ihrerseits nochmals die Wrmeproduktion und erhhen so den Energieverbrauch. Auch wirken die Gallensuren auf die Zusammensetzung der Bakterien im Darm ein. "Der Einfluss der Gallensuren auf das Mikrobiom ist von groem Interesse, da wir wissen, dass Darmbakterien beispielsweise den Fortschritt entzndlicher Lebererkrankungen beeinflussen knnen. Durch die Entdeckung des alternativen Stoffwechselwegs in der Leber und dessen Regulierung ber das braune Fettgewebe erhoffen wir uns, zuknftig Therapieanstze insbesondere zur Behandlung chronisch-entzndlicher Lebererkrankungen entwickeln zu knnen", so Heeren.

Dieses aktuelle Forschungsprojekt zum Fettstoffwechsel in der Leber wurde zu groen Teilen im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 841 "Leberentzndung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen" finanziert und realisiert.

Prof. Dr. Jrg Heeren und Dr. Anna Worthmann, Erstautorin der Studie, erklren im Videointerview die aktuellen Forschungsergebnisse: www.sfb841.de

Literatur: A. Worthmann et al. Cold-induced conversion of cholesterol to bile acids in mice shapes the gut microbiome and promotes adaptive tumorgenesis. DOI: 10.1038/nm.4357

zuletzt bearbeitet: 13.06.2017 nach oben

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