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diabetesDE

Eine Betrachtung ohne Anspruch auf Vollstndigkeit

Der Verfasser dieses Beitrags ist der Redaktion bekannt, mchte jedoch anonym bleiben.

Entstehung

Die Idee einer Vernderung der Diabeteslandschaft hin zu einer groen Diabetesorganisation wurde bereits im Rahmen der DDG-Tagung 2005 in Berlin von vielen Beteiligten diskutiert, ohne dabei eigene Planungen vorhalten zu knnen. Die seinerzeit verstrkt aufkommenden Aktivitten des NAFDM (hier speziell unter Prof. Standl und Prof. Landgraf) wurden von Akteuren auf Seiten der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) kritisch bewertet und trugen unter anderem zur Konkretisierung des Modells "Diabetes Deutschland" bei.

Als Nachfolger von Herrn Prof. Kiess initiierte Herr Prof. Kerner als Prsident der DDG im Folgenden eine Reihe von Arbeitstreffen mit verschiedenen Teilnehmern aus der "Diabetesszene". Ein Ergebnis dieser Treffen war im Jahre 2007 eine Befragung unter den Mitgliedern des DDB, BdKJ, VDBD und der DDG unter Beteiligung der DDU und DDS. Ziel war es, die Haltung der jeweiligen Mitglieder zu einer zuknftigen Gesamtorganisation in Erfahrung zu bringen. Exemplarisch sei hier erwhnt, dass seinerzeit nur ein Fnftel der befragten DDG-Mitglieder und lediglich ein gutes Zehntel der VDBD-Mitglieder an der Umfrage teilnahm. Auch wenn deren Meinung zu den unterbreiteten Gedankenspielen grtenteils positiv war, so erscheint aus heutiger Sicht das danach immer wieder postulierte "eindeutige Votum" doch eher als Wunschdenken.

Unter Herrn Prof. Haak (DDG-Prsident ab Mai 2007) wurde schlielich am 13. Oktober 2008 der Verein diabetesDE gegrndet und ins Vereinsregister eingetragen.

Kosten und Ausgaben

Die Kosten, welche diabetesDE erzeugt hat, sind fr den Zeitraum von 2005 bis Ende 2008 ohne Zugriff auf die Buchfhrung der beteiligten Organisationen nicht zu ermitteln. Klar ist, dass der Verein vor seiner eigentlichen Grndung natrlich keine eigenen Ausgaben gehabt haben kann, da er juristisch betrachtet noch gar nicht existierte. Dennoch werden die in diesem Zusammenhang gezahlten Betrge (vornehmlich von der DDG und dem VDBD) nicht unerheblich sein. Sitzungen und Reisen wollen bezahlt sein, Projekte wie Umfragen oder die Erstellung einer Satzung gibt es nicht gratis und auch die Ansiedlung in Berlin, inklusive der Ausstattung, der Rumlichkeiten und des Personals ist nicht "plus minus Null" zu haben. Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass die Frage nach den Ausgaben von diabetesDE nicht dasselbe ist wie die Frage, was diabetesDE denn nun gekostet hat.

Zumindest fr die DDG erweitert sich die Kostenseite auch noch auf anderer Ebene. So hat man Anfang 2011 die eigene Geschftsstelle mit erheblichem Aufwand und Reibungsverlusten nach Berlin berfhrt. Objektiv betrachtet kann es dabei nur darum gegangen sein, die Dachorganisation durch eigene Arbeitsleistung vor Ort zu untersttzen. Bestrkt wird diese Sichtweise durch das damalige Bemhen, die Geschftsfhrung beider Vereine in den Hnden von Herrn Dr. Garlichs zu konzentrieren. Wie dieser in einer solchen Situation die vitalen Interessen beider Arbeitgeber trennen sollte, bleibt dabei unklar. Dass eine derartige Vorgehensweise in den Vorstnden von DDG und VDBD akzeptiert wurde, mag auch damit zusammenhngen, dass personelle berschneidungen mit dem Vorstand des Dachverbandes ohnehin gebte Praxis waren und sind. Fraglich ist allerdings, ob es auch dafr ein klares Votum gibt oder geben darf.

Auf dem Papier ist die Sache ja auch vom Tisch. Herr Dr. Garlichs ist nur noch Geschftsfhrer der DDG, laut deren Satzung mit der klaren Auflage, nur fr eine Diabetesorganisation ttig sein zu drfen. Dass eines der Hauptziele des Umzuges nach Berlin die Erzeugung von "Synergien" war, welche per Definition unter anderem durch die Arbeit mit- und freinander entstehen, muss man wohl auerachtlassen. Und dass Herr Dr. Garlichs den professionellen und effizienten Umgang mit schwierigen Situationen beherrschen muss, lsst sich nicht zuletzt aus seinen in der Ttigkeit fr UNICEF Deutschland erworbenen Meriten ablesen.
Schlielich kann man fr den Kostenaspekt noch die von diabetesDE selbst verffentlichten Zahlen heranziehen, wobei man allerdings keine essentiellen Neuigkeiten erfhrt. Eigene Einnahmen gibt es kaum. Der Lwenanteil wird von Mitgliedsverbnden bereitgestellt und fr organisatorische Kosten ausgegeben.

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Fakten und Fragen

Ein groer Teil des obigen Textes erwhnt den DDB oder andere Betroffenenorganisationen nicht. Die Erklrung dafr ist einfach: Sie waren in die beschriebenen Begebenheiten praktisch nicht involviert. Ein Grund dafr mag sein, dass die jetzige Organisation diabetesDE kaum noch hnlichkeit mit der von Herrn Prof. Kerner entworfenen Vision aufweist. Ein weiterer ist vielleicht in den ngsten zu suchen, von einer dominierenden Organisation und deren Protagonisten um den Preis der eigenen Identitt geschluckt zu werden. Wie auch immer, hat diabetesDE bereits seinen dritten Geburtstag gefeiert und dennoch keine nennenswerten Zahlen an Betroffenen in seinen Reihen.

Htte man drei Jahre lang an jedem Tag durchschnittlich ein neues "Betroffenen"-Mitglied geworben, wren es jetzt 365 x 3 = 1.095. Zahlen dazu werden allerdings hchst selten kommuniziert, lieber weist man darauf hin, wie viele Mitglieder die DDG und der VDBD haben.

Nimmt man eine Zahl von 1.000 Mitgliedern an, ergibt sich im gnstigsten Fall ein Beitragsaufkommen von 36.000 Euro im Jahr. Allerdings zahlen Mitglieder auch reduzierte Stze, so dass das tatschliche Volumen eher darunter liegen wird. In jedem Fall decken die Beitragseinnahmen wohl nicht annhernd die Kosten des Vereins. Wie erklrt sich vor diesem Hintergrund die Suche der DDG nach weiterem Personal fr deren Geschftsstelle? Welcher Synergieeffekt trgt hier zur Einsparung von Kosten und Optimierung bei?

Hochrangige Mitglieder von diabetesDE wurden in der Vergangenheit nicht mde, darauf hinzuweisen, dass die Vereinigung smtlicher Diabetesverbnde eines der hchsten Ziele der Organisation ist. Dennoch sind keine Bestrebungen bekannt, z. B. die Diabetesakademie Bad Mergentheim aufzunehmen, die zudem sehr hnliche Strukturen hat und zu der ein Kontakt ber Herrn Prof. Haak praktisch schon gegeben wre. An der Ernsthaftigkeit der Vereinigungsbemhungen darf also zumindest gezweifelt werden.

Im Vorfeld der Grndung von diabetesDE hat die DDG mit viel Aufwand die assoziierten Mitglieder aus ihrer Satzung entfernt (abgeschafft), um diese in diabetesDE zu integrieren. Auf der Mitgliederversammlung 2011 wurde eine weitere nderung der Satzung beschlossen, in der nun doch wieder Assoziierte aufgefhrt werden. Daraus mag jeder seine eigenen Schlsse ziehen.

Welche Vorteile bringt eine Mitgliedschaft bei diabetesDE?

Resmee

Die grundstzliche Absicht, Energien zu bndeln und an einem Strick zu ziehen, ist sicherlich begrenswert. Sinnvoll werden die einzelnen Aktivitten aber nur, wenn alle auch in die gleiche Richtung ziehen. Dafr muss den Handelnden das Ziel der Anstrengungen klar sein. Hier scheint der Kern des Problems zu liegen: Offenbar traut niemand dem anderen zu, einen wertvollen Beitrag zu leisten. Die Selbstwahrnehmung der Betroffenen wird strflich unterschtzt, die gesetzlich definierte Selbsthilfe ignoriert. So kann es nicht funktionieren.
Eine mit groer Wahrscheinlichkeit ineffiziente und unproduktive Organisation am Leben zu erhalten, nur um nicht gescheitert zu sein, widersprche den tatschlichen Notwendigkeiten. Man sollte dem ein Ende setzen, damit dringend bentigte Ressourcen wieder frei werden - fr den Kampf gegen Diabetes und fr eine gute Versorgung von Menschen mit Diabetes.

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Wir danken dem Verfasser fr diesen interessanten Gastbeitrag, der die Hintergrnde zu den Diskussionen um diabetesDE aus einer neuen Perspektive beleuchtet.

Autor: anonym; zuletzt bearbeitet: 28.02.2012 nach oben

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